Mercedes-Sportchef Toto Wolff kann wieder lachen: „Ich habe gerade einen halb nackten, verschwitzen Mann umarmt! Aber es war trotzdem ein gutes Erlebnis“, sagt der Österreicher. Gemeint ist natürlich sein Weltmeister Lewis Hamilton. Während im Hintergrund die zweite WM-Party in der Mercedes-Garage innerhalb einer Woche losbricht, denkt Wolff noch einmal an die zwei Stunden davor zurück: „Ich habe jeden Teil dieses Rennens gehasst! Es war echt schlecht und viel zu lang.“
Wolff
Auch bei Mercedes-Boss Wolff war die Freude riesig
Auch Hamilton selbst sagt: „Das war heute ein schrecklicher Weg zum Titel.“ Nach der Berührung am Start mit WM-Rivale Sebastian Vettel fällt er mit einem Reifenschaden bis ganz ans Ende des Feldes zurück. „Wir waren danach sehr verunsichert, weil man ja nicht weiß, was mit dem Auto ist“, verrät Wolff. „Deswegen haben wir auch trotz des großen Vorsprungs vorher immer gesagt, dass es nie vorbei ist. Wenn Seb heute gewonnen hätte und Lewis ausscheidet - was ist dann?!“
Hamilton erklärt: „Ich war 40 Sekunden hinten, irgendwo im Niemandsland - als Fahrer ist das schlimm. Vor allem auf dieser Strecke. Es ist die schwierigste, um den Autos davor zu folgen, das Überholen ein Desaster.“ Doch Hamilton kämpft sich zurück in die Punkteränge, wird am Ende Neunter - genug für den WM-Sieg. „Ich gebe nie auf, das liegt einfach in meinem Herzen“, sagt der neue alte Weltmeister.

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Hamilton
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Die Karriere von Lewis Hamilton
Zurücktreten nach dem WM-Gewinn, so wie sein einstiger Silberpfeil-Rivale Nico Rosberg letztes Jahr, wird Hamilton übrigens nicht: „Ich werde auch nächstes Jahr noch hier sein und hoffentlich auch noch etwas länger“, verspricht der mit nun vier Titeln erfolgreichste britische Fahrer der F1-Historie. „Mir macht das Fahren gerade mehr Spaß als je zuvor, ich genieße es wirklich. Das ist das Tolle an dem Sport: Es wird nie langweilig. Jede Runde ist anders, jede Pole, jeder Sieg und auch jeder Titel.“
Mercedes
Jubel: Hamilton feiert im Kreise seiner Mechaniker
Der Brite glaubt: „Das liegt daran, dass man an verschiedenen Phasen im Leben ist. Und ich muss sagen, dieser Titel fühlt sich definitiv wie einer der besten, wenn nicht der beste an - weil wir gegen ein anderes Team fahren und Seb auch schon mit vielen Titeln dekoriert ist. Das ist die Herausforderung, die man will.“ Von der hat Hamilton noch lange nicht genug. „Es wird noch ein langes Leben nach der Formel 1, aber ich will es nicht länger machen als nötig - selbst wenn danach andere gute Dinge kommen. Ich weiß, dass das hier gerade die tollste Phase meines Lebens ist.“
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