Formel 1: Hamiltons Mercedes-Vertrag

Formel 1: Hamiltons Mercedes-Vertrag

Jordan "würde Lewis die Tür zeigen"

Eddie Jordan spricht bei AUTO BILD Motorsport über Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Aston Martin sowie Sergio Perez bei Red Bull.
Er ist immer noch eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Formel-1-Zirkus – und eine der bestinformierten. Ex-Teamchef Eddie Jordan (72) gilt in Großbritannien schon seit Jahren als „Orakel“, weil er in den letzten Jahren mehrere Sensationsmeldungen als erster verkündet hatte: Michael Schumachers Comeback bei Mercedes, sein Rücktritt Ende 2012, Lewis Hamiltons Wechsel von McLaren zu Mercedes.
Alpine zeigt neue Testlackierung: Hier klicken
Sein letzter Clou: Er verkündete schon frühzeitig, dass Chemie-Gigant Ineos Anteile am Mercedes-Team übernehmen wird. Zunächst dementierte Teamchef Toto Wolff noch. Vor drei Wochen wurde offiziell bestätigt, dass Ineos-Chef Sir Jim Ratcliffe ein Drittel des Weltmeisterteams erworben hat.
AUTO BILD Motorsport erreichte den „irren“ Iren in Südafrika, wo er den Winter in seinem Haus in Kapstadt verbringt. Woher er sein Insiderwissen eigentlich hätte, war die erste Frage. Der ehemalige Formel-1-Teamchef und erster F1-Boss von Michael Schumacher cool: „Ich habe vorzügliche Quellen, auf die ich mich hundertprozentig verlassen kann und einen gesunden Menschenverstand. Ich bin in der Szene immer noch extrem gut vernetzt, telefoniere unter anderem regelmäßig mit Bernie Ecclestone.“

Eddie Jordan

©Red Bull Content Pool

Derzeit macht sich der heutige Experte der BBC-Tochter „Channel Four“ Gedanken über Lewis Hamilton (36) und die stockenden Vertragsverhandlungen mit Mercedes. „Anscheinend sind sich die Parteien nicht einig über die Konditionen“, stellt Jordan fest. „Ich habe nur gehört, dass Lewis mehr will als Mercedes bereit ist zu bezahlen. Da geht es wohl auch um Beteiligungen an den Teameinnahmen und eine einflussreiche Rolle im Mercedes-Konzern. Wenn ich der Boss von Daimler wäre, würde ich ihm die Tür zeigen: Entweder du fährst zu unseren Bedingungen oder du gehst.“
Jordan weiter: „Ich würde ihm auch erzählen, was Bernie Ecclestone nach dem Tod von Ayrton Senna gesagt hat: Auch wenn Bernie wie alle geschockt und traurig war, fand er als erster seine Fassung wieder und sagte uns: ,Hört jetzt auf zu jammern: Jeder ist ersetzbar.‘ Das sollte jetzt auch Lewis wissen.“
Auch über Sebastian Vettels Wechsel zu Aston Martin hat Jordan eine klare Meinung – unverblümt wie gewohnt: „Ich mag ihn sehr, aber ich denke, Aston Martin hat einen Fehler gemacht, ihn zu verpflichten. Die letzten zwei Jahre gegen Leclerc bei Ferrari waren jämmerlich. Ich weiß nicht, warum er so schlecht aussah, er hat doch vier WM-Titel gewonnen. Aber ich glaube, er ist über seinem Zenit. Ich hätte jedenfalls Perez behalten.“
Über das Teamduell mit Lance Stroll, dem Sohn des Aston-Martin-Teambesitzers Lawrence, sollte sich der Heppenheimer dagegen keine großen Gedanken machen. Jordan: „Lance ist wie eine Wundertüte. Man weiß nie, was drin ist. Manchmal fährt er gut, manchmal extrem schlecht. Er ist alles andere als konstant.“
Der große Gewinner beim Fahrerwechsel sei Red Bull. Jordan: „Mit Perez bekommt Red Bull einen Top-Piloten. Keiner glaubt, dass er so schnell ist wie Max Verstappen. Aber das ist sowieso niemand. Perez ist ein großartiger Pilot, der besonders im Rennen das erfüllen wird, was Red Bull von ihm erwartet: Nah genug an Max dran sein, um mit zwei Autos Druck auf Mercedes machen zu können. Das konnte sein Vorgänger Alex Albon zu keiner Zeit.“

Autor: Ralf Bach

Fotos: S. Etherington/Mercedes

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.