Formel 1: Hamiltons neue Taktik
Probleme aufs Auto schieben

Lewis Hamilton am Freitag in Russland oft neben der Strecke. Mercedes kämpft wieder mit den Reifen. Doch nicht nur der Brite sieht Ferrari im Vorteil.
Bild: Picture-Alliance
- Ralf Bach
- Frederik Hackbarth
Unglaubliche 159 von 159 bisher in Sotschi gefahrenen Rennrunden hat Mercedes angeführt. Nach den Trainingseindrücken am Freitag spricht jedoch vieles dafür, dass sich das am Sonntag ändert. „Heute war ein kniffeliger Tag“, lautete Lewis Hamiltons kurzes Fazit. „Wir arbeiten jetzt darin, es für morgen rumzureißen. Aber heute war der Ferrari definitiv am schnellsten. So wie sie es schon das ganze Jahr über sind.“ Klartext vom Briten!

Sky-Formel-1-Experte und Ex-Rennfahrer Marc Surer
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Fakt ist: Am Freitag taten sich Mercedes und insbesondere Hamilton schwer. Oft war der Brite neben der Strecke, einmal torpedierte er fast sogar Mercedes-Junior Pascal Wehrlein mit dessen Sauber. „In keiner Phase meiner Laufbahn hatte ich schwerer zu fahrende Autos“, sagt der dreifache Weltmeister dazu. Erneut im Fokus: Die Reifen. Hamilton: „Sie sind für uns auch hier wieder sehr schwer zum Arbeiten zu kriegen, egal auf welcher Runde.“

Hamilton war am Freitag mehrmals neben der Strecke
Obwohl Russland bisher Mercedes-Land war, könnte eine Streckencharakteristik in Sotschi neuerdings gegen die Silberpfeile wirken. Ex-F1-Pilot und Sky-Experte Paul di Resta glaubt: „Der Radstand kann hier einen Unterschied machen!“ Mercedes hat 2017 bekanntlich den längsten (ABMS berichtete). Di Resta: „Gerade im letzten Sektor, mit den vielen langsamen Ecken, wird sich das auswirken. Der Ferrari scheint hingegen überall schnell und bringt die Reifen sofort zum Arbeiten. Die Fahrer fühlen sich deshalb viel wohler mit dem Auto.“
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