Formel 1: Die besten Bilder vom Toskana Grand Prix in Mugello 2020

Formel 1: Hamiltons politische Botschaft

Hamilton widersetzt sich FIA-Statuten

Lewis Hamilton nutzte einen Auftritt auf dem Podium in Mugello, um eine politische Botschaft loszuwerden – und verstößt damit gegen FIA-Statuten.
Wie der US-Sprinter Tommi Smith vor 52 Jahren bei den Olympischen Spielen in Mexiko nutzt nun auch Formel-1-Superstar Lewis Hamilton (35) eine weltweit populäre Sportart, um öffentlich Politik zu machen.
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In Mexiko 1968 streckte 200-Meter-Olympiasieger Smith bei der Siegerehrung die rechte Faust in die Höhe. Es war das Zeichen der "Black Power"-Bewegung, die Rassismus und ungerechten Umgang mit der Afro-Amerikanischen Bevölkerung in den USA anprangerte.
Das IOC suspendierte die US-Sprinter daraufhin von den Wettbewerben. Begründung: Die Geste spiegele nicht den Geist der Olympischen Spiele wider. Dort hätten politische Statements nichts zu suchen.

Hamilton gewann in Mugello sein 90. Rennen

Hamilton trat in Mugello in Smith‘ Fußstapfen. Schon bei der traditionellen Anti-Rassismus-Zeremonie vor dem Großen Preis der Toskana trug er ein T-Shirt mit der Aufschrift: "Verhaftet die Mörder von Breonna Taylor." Auf der Rückseite war ein großes Foto der 26-jährigen Afro-Amerikanerin zu sehen, die im März dieses Jahres während einer Drogenfahndung im Kugelhagel von drei Polizisten starb, die in Louisiana angeblich ohne Vorwarnung in ihr Haus eindrangen und sofort das Feuer eröffneten. Über dem Foto stand der Satz: "Sag ihren Namen."
Viele amerikanische Sportgrößen haben den Fall bereits aufgegriffen und kritisiert, dass den drei Polizisten nicht der Prozess gemacht wurde. Hamilton schloss sich diesem Protest jetzt an. Nach seinem Sieg in Mugello beendete er die ersten Siegerinterviews mit dem Satz: "Gerechtigkeit für Breonna Taylor."
Bei der Siegerehrung zog er erneut demonstrativ das T-Shirt an und erklärte damit den Sport zur Nebensache. In der Pressekonferenz nach dem Rennen legte er nach. „Es kann nicht sein, dass die Polizisten immer noch frei herumlaufen und weiter Rassismus betreiben können. Man muss darauf aufmerksam machen.“
Strafen wie US-Sprinter Smith 1968 drohen dem Superstar kaum, obwohl er mit seiner Aktion gegen FIA-Statuten verstoßen hat, die keine politischen Statements erlauben. Ein Formel-1-Teamchef, der nicht öffentlich genannt werden will, zu Sport1: „Du kannst Lewis nicht für eine Aktion sanktionieren, die Unterstützung auf der ganzen Welt findet. Ich bin sicher, sein Arbeitgeber Mercedes sieht es genauso.“
Im Gegenteil: Hamilton, der in Mugello sein 90. Rennen gewonnen hat und schon beim übernächsten Rennen am Nürburgring Michael Schumachers Rekordmarke von 91 Siegen übertreffen kann, steht durch seine Aktion auf einer Stufe mit seinem Vorbild Muhammad Ali, der auch wegen seiner mutigen politischen Statements noch zu Lebzeiten zum größten Sportler des Jahrhunderts gewählt wurde.
Hamilton ist ein bekennender Fan der Box-Legende. Zu den AUTO BILD MOTORSPORT-Reportern sagte er einst im Interview: „Er ist der größte Sportler aller Zeiten für mich. Nicht nur wegen seiner Erfolge, sondern auch wegen seiner Persönlichkeit, seiner Zivilcourage. Wegen der Werte, für die er eingestanden ist. Für sein soziales Engagement. Dafür, was er für alle Farbigen rund um den Erdball getan hat. Wie er sich konsequent für die Menschenrechte eingesetzt hat.“ Hamilton eifert dem jetzt nach.

Formel 1: Die besten Bilder vom Toskana Grand Prix in Mugello 2020

Autoren: Ralf Bach,

Fotos: LAT/Mercedes; Picture Alliance

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