Formel 1: Hat sich Red Bull verzockt?
Not zur Tugend: Überholkönig Ricciardo

Daniel Ricciardo rast mit tollen Manövern von Platz 16 auf Rang vier nach vorne. Doch war für Red Bull in Monza vielleicht noch viel mehr drin?
Bild: Picture-Alliance / Getty Images
- Frederik Hackbarth
Dieser Daniel Ricciardo ist einfach der Überholkönig der Formel 1! Von Startrang 16 aus rast der Australier in Monza auf Platz vier vor, schnappt am Ende fast noch Sebastian Vettel - und unterhält die F1-Fans in einem sonst eher spannungsarmen Rennen fast im Alleingang!

Und der nächste bitte: Ricciardo pflügte durchs Feld
Ein anderes Ricciardo-Manöver war ebenfalls eine Kopie: Kimi Räikkönen überholt er durch mega-spätes Bremsen vor Turn eins - im Vorjahr hatte dort noch Valtteri Bottas dran glauben müssen. „Einen Blinker habe ich jedenfalls nicht gesetzt“, lacht Ricciardo und erklärt: „Je weiter man vorkommt, desto schwieriger wird es natürlich, weil die anderen auch nicht langsam sind. Aber ich bin gut durchgekommen und mit dem Rückenwind, den ich dann hatte, konnte mich keiner aufhalten.“
„Er ist einer der besten Überholer“, lobt Teamchef Christian Horner und adelt Ricciardo: „Seine Fähigkeit, die Situation einzuschätzen und das späte Bremsen, damit erinnert er mich ein bisschen an Nigel Mansell.“

Überholkönig Ricciardo machte seinem Ruf alle Ehre
Allein: Weil nicht nur im Regen-Quali (P3 für Ricciardo, P2 sogar für Teamkollege Max Verstappen) die Pace stimmte, sondern Red Bull „auch im Rennen überraschend stark“ war, wie Teamchef Horner einräumte, lautet die Frage: Ärgert sich das Team nun darüber, dass man die Motorstrafen absichtlich in Monza (ABMS berichtete) genommen hat? Horner verneint: „Mercedes war hier immer noch in ihrer eigenen Liga. Strategisch mussten wir es so machen. Dafür wird Singapur mit neuen Motoren jetzt eine bessere Strecke für uns.“
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