Formel 1: Haug lobt Rosberg
Rückschläge stoppen Rosberg nicht

Ex-Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug im Interview über WM-Favorit Nico Rosberg. Er erklärt, wie wichtig Michael Schumacher für den Deutschen war.
Bild: Picture-Alliance
Nico Rosberg (31) genügt beim Finalrennen am 27. November in Abu Dhabi ein dritter Platz, um
Formel-1-Weltmeister zu werden. Er wäre der dritte Deutsche der Geschichte, der erste mit einem Mercedes. AUTO BILD MOTORSPORT sprach mit dem Mann, der den Titelfavoriten bereits kannte, als der noch ein Junge war: Ex-Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.
Formel-1-Weltmeister zu werden. Er wäre der dritte Deutsche der Geschichte, der erste mit einem Mercedes. AUTO BILD MOTORSPORT sprach mit dem Mann, der den Titelfavoriten bereits kannte, als der noch ein Junge war: Ex-Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.
AUTO BILD MOTORSPORT: Herr Haug, wie lange kennen Sie Nico Rosberg schon?
Norbert Haug (63): Nicos Vater und ich waren Freunde, lange bevor Keke 1982 Formel-1-Weltmeister wurde. Nico war und ist ein Super-Kerl, damals wie heute.
Was genau ist Ihre erste Erinnerung an Nico?

Keke Rosberg, Norbert Haug und Nico Rosberg (v.l.n.r)
Wie ist er mit der Bürde umgegangen, neben einem Michael Schumacher fahren und bestehen zu müssen?
Mit großem Selbstbewusstsein. Ich denke, es war ein Segen für Nico, drei Jahre an der Seite von Michael zu arbeiten. Wenn sich ein Fahrer bei Michael nichts abschauen kann, wo denn dann? Michael hat von 2010 bis 2012 geholfen, ganz wichtige Weichen im Team zu stellen, die Basis für den Aufstieg waren – und er war bei unserem ersten Sieg 2012 in China genauso wie Nico in der Position, Erster zu werden, bis es ein Problem mit einer Radmutter beim Boxenstopp gab. Nico empfand es nicht als Bürde, neben Michael zu fahren, er begriff vielmehr die Chance, den größten Rennfahrer aller Zeiten als Teamkollegen zu haben, und nutzte sie perfekt.
Welchen Beitrag hat er beim Aufbau des Teams geleistet?
Von Fahrerseite bestimmt schon deshalb den größten, weil Nico nun bereits im siebten Jahr im Silberpfeil-Team fährt, so viel wie Lewis und Michael zusammen.
Wie kann man ihn am besten als Fahrer charakterisieren?

Rosbergs erster Sieg: China GP 2012
Er hätte den Titel also mehr als verdient ...
Ja, denn wer während einer Saison die meisten Punkte sammelt, hat den Titel verdient. Und wer so zielgerichtet über viele Jahre dafür kämpft, sich von Rückschlägen und dem Titel gewinnenden Teamkollegen nicht beeindrucken lässt, hätte ihn besonders verdient.
Erinnern Sie sich an eine besonders schöne Anekdote?
Es war Nicos 111. Formel-1-Rennen, der GP China 2012. Ich fand den Eingang zum Siegerpodium nicht, weil ich dort zuvor noch nie war, die Zeremonie hatte schon begonnen, als ich als Teamvertreter ankam. Es war ein Meilenstein für Nico, DER Meilenstein, Nicos Durchbruch zum Formel-1-Siegfahrer und auch der Grundstein zu seiner aktuellen WM-Kampagne.
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