Formel 1: Helmut Marko wird 75
Der Tag des Doktors

Der Freitag in Baku ist sein Tag: Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko feiert runden Geburtstag - und das ganze Fahrerlager kommt gratulieren.
- Ralf Bach
Helmut Markos Jubiläumstag startete stockend. "Zweimal mussten wir den kleinen Golfwagen wechseln, weil er auf dem Weg vom Hotel zur Rennstrecke stehenblieb", grinste der Red-Bull-Motorsportberater und erklärte seine verspätete Ankunft im Fahrerlager. Erster persönlicher Gratulant war Red-Bull-Teamchef Christian Horner, der ihm zwei Päckchen gab - eins mit schriller Verpackung in pink. Dann gratulierte Max Verstappen. Danach war der "Doktor" erst mal damit beschäftigt, die zahlreichen Glückwunsch-SMS zu beantworten. Bei Nummer 13 hörte er auf, um sich sich endlich seinem Tagesgeschäft zu widmen - was unter den Umständen heute schwierig war.

Auch Sebastian Vettel zählte zu den Gratulanten
Red Bull präsentierte ihm einen Kuchen, dafür einen ganz speziellen. Ein Foto von Helmut Marko vor seinem Le-Mans-Sieger-Porsche von 1971 wurde von einem Konditor mit viel Liebe zum Detail aus buntem Marzipan aufbereitet. Marko war sichtlich gerührt, als er unter den Augen von Christian Horner und den Piloten Max Verstappen und Daniel Ricciardo die Torte ganz bedächtig anschnitt.

Runder Geburtstag: Helmut Marko feiert seinen 75.
Markos Biographie in Kurzform: Er fuhr Nachwuchs-Formel-Rennen, gewann die 24 Stunden von Le Mans und wurde als Nachfolger des legendären Jochen Rindt gesehen, als der 1970 nach seinem Unfalltod in Monza 1970 posthum Weltmeister wurde. Rindt war sein Jugendfreund. Beide kamen aus Graz, sie waren zusammen im Internat und fuhren ohne Führerschein mit einem Schrottwagen schon mit 15 Jahren am Limit heimlich über Weinberge. 1972 fuhr Marko BRM, stand auf dem Sprung zu Ferrari, den aber dann ein schrecklicher Unfall verhinderte.

Alte Liebe: Marko posiert vor seinem Le-Mans-Auto
Danach war seine aktive Karriere beendet. Und, was kaum jemand weiß, er bereite damit den Weg für Niki Lauda. Lauda sagte mir: "Ohne Helmut wäre ich nie Weltmeister geworden. Warum? Weil ich 1973 nur zu BRM konnte, weil Helmut den Unfall hatte und BRM einen Ersatz brauchte. Ich bekam das Auto und fuhr 1973 in Monaco vor den Ferraris rum. Daraufhin wollte mich Enzo Ferrari engagieren."

Helmut Marko im Gespräch mit Juan-Pablo Montoya
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