Zum zwölften Mal fand am Wochenende der historische Monaco-GP statt. Dass das mehr als nur ein Schaulaufen alter Formel-1-Fahrzeuge ist, wurde spätestens durch eine Kollision zwischen Jean Alesi (56) und Marco Werner (54) in der Klasse der F1-Autos von 1973 bis 1976 deutlich.
Was war passiert? Werner, der selbst nie in der Formel 1 am Start war, mit Audi von 2005 bis 2007 aber drei Mal die 24 Stunden von Le Mans gewinnen konnte, qualifizierte sich mit seinem Lotus Ford Cosworth 77 aus der Saison 1976 auf der Pole-Position. Der Deutsche war dabei zwei Sekunden flotter als Jean Alesi mit dem Ferrari 312B aus der Saison 1974. Mit dem Ferrari gewann Niki Lauda beim Spanien-GP sein erstes Formel-1-Rennen.
Alesi crasht mit Lauda-Ferrari von 1974
Jean Alesi verschrottet durch eine Kollision mit Marco Werner einen Ferrari 312B von 1974
Alesi erwischte den besseren Start, war aber klar langsamer als Werner. Aber selbst für die historischen GP-Rennwagen, die aerodynamisch noch längst nicht so ausgefeilt waren wie die aktuellen Flitzer, ist Überholen auf dem Stadtkurs in Monaco eben schwer. 15 Runden lang biss sich Werner daher die Zähne an Alesi aus.

Werner verweigert Siegerzeremonie

Dann gab es auf der Start-Ziel-Geraden einen kleinen Rempler. Alesi krachte mit seinem Ferrari in die Boxenmauer, verbog sich dabei Frontflügel, Heckflügel und die rechte Radaufhängung. Werner wurde für die Berührung bestraft und auf Rang drei zurückgestuft. Aus Protest nahm er nicht an der Siegerzeremonie teil.
Der Triumph ging nach der Werner-Strafe an Michael Lyons in einem McLaren Ford Cosworth von 1976. Mit diesem Boliden wurde James Hunt 1976 F1-Champion. Lyons, ein 30-jähriger Brite, ist ein Experte im historischen Motorsport. Er gewann in Monaco auch die Klasse der F1-Autos von 1966-1972 (in einem Surtees Ford-Cosworth von 1971) sowie die Kategorie der F1-Flitzer von 1977-1980 (mit einem Hesketh Ford-Cosworth aus 1977).
Übrigens: Schon im Training wurde ein weiterer Ferrari 312B geschrottet: Der inzwischen 72-jährige René Arnoux (Sieger von sieben Grands Prix) crashte in der Schwimmbad-Schikane.