Das war’s also. Die ersten 32 von 64 Winterteststunden sind vorbei. Viele Teammitglieder sind schon gestern in die Werke zurückgereist. Jetzt heißt es analysieren.
Das sagt Robert Kubica zu seiner ersten Fahrt im Williams: Hier klicken.
Heute haben viele Teams erstmals das Qualifying simuliert. Daher purzelten die Zeiten. Nico Hülkenberg fuhr mit 1:17,393 Minuten die Wochenbestzeit, drei Zehntelsekunden vor Alex Albon.
Und die anderen? Zäumen wir das Feld von hinten auf:
Williams ist derzeit das Schlusslicht. George Russell fehlen auf den nächsten Konkurrenten 1,3 Sekunden (Lance Stroll, Racing Point), Robert Kubica liegt sogar noch weitere sechs Zehntelsekunden dahinter. Immerhin stieg Williams nach 2,5 Testtagen Däumchen drehen in den Testbetrieb ein. Robert Kubica stellt klar: "Die anderen Teams testen nicht aus Spaß schon seit Tag eins. Dafür gibt es Gründe. Es ist also nicht ideal, aber die Situation ist nun so, wie sie ist." Dazu kommt: Technikchef Paddy Lowe steht offenbar vor dem Aus.
Racing Point konnte bisher auch nicht wirklich beeindrucken. Keine Auffälligkeiten in Form von Defekten, aber auch keine Auffälligkeiten in Form guter Rundenzeiten. Racing Point absolvierte an keinem Tag mehr als 79 Runden. Viele neue Teile wurden auch nicht gesichtet. Aber die Geschichte des Teams zeigt: Es startet oft nicht besonders gut in die Saison, legt dann aber ordentlich nach.
McLaren kann auch nicht wirklich mit Glanz-Runden auf sich aufmerksam machen. Die ersten zwei Tage sahen noch gut aus, aber als die anderen Mittelfeldteams das Tempo angezogen haben, kam McLaren nicht mehr hinterher. Auch die Longrun-Zeiten waren nicht besonders schnell.
Mercedes
Pirellis Infografik zeigt die besten Zeiten der Woche
Haas ist, sobald das Auto auf die Strecke rollt, richtig schnell. Aber bisher auch defektanfällig. Fünf technische Gebrechen, allein am Mittwoch drei Mal. Angeblich hat das US-Team die Probleme mit dem Benzindruck und der Elektronik gelöst. Teamchef Günther Steiner: "Lieber treten diese Probleme bei den Tests auf als beim ersten Rennen." Am heutigen, letzten Testtag lief der Haas-Ferrari in der Tat fehlerlos.
Von Alfa Romeo zeigen sich viele Insider beeindruckt. Nicht nur, weil das Team im Design des Fahrzeugs neue Wege gegangen ist. Die Alfas sind schnell und zuverlässig, absolvierten die drittmeisten Runden. Zwar haben Toro Rosso und Renault die Zeiten heute wieder etwas gerade gerückt, aber eine schlechte Basis ist das gewiss nicht.
Toro Rosso überrascht mit guten Zeiten und zeigt, wie stark der Honda-Motor wirklich ist. Und was von Red Bull noch zu erwarten ist. Alex Albon jedenfalls absolvierte in 1:17,637 die zweitschnellste Runde der Woche. Stark für einen Neuling. 
Nico Hülkenberg drehte im Renault mit 1:17,393 die schnellste Runde der Woche. Das ist vor allem deswegen wirklich eine Hausnummer, weil er ohne DRS fuhr. Das soll rund acht Zehntelsekunden bringen. Am Dienstag war bei Daniel Ricciardo ein DRS-Flügelteil abgebrochen. Daher agiert Renault noch mit Vorsicht. 
Mercedes hat sich erst heute an der Zeitenjagd beteiligt. Kam aber selbst mit der weichsten Reifenmischung nicht an die Zeiten von Renault und Toro Rosso heran. Allerdings ist davon auszugehen, dass der Tank voller und der Silberpfeil entsprechend schwerer war. Das ist typisch für Mercedes. Dass die Silberpfeile nicht abgeschrieben werden dürfen, zeigt eine sehr starke Rennsimulation am Mittwoch mit sehr konstanten Zeiten.
Red Bull hat bisher keine Fabelrunde auf den Asphalt gezaubert, tönt aber groß. Der Honda-Motor ist schnell auf den Geraden und hält große Distanzen locker durch. Bereits am Mittwoch baute man einen neuen Heckflügel ans Auto. Motorsportchef Dr. Helmut Marko sieht Red Bull  nur knapp hinter Ferrari auf Rang zwei – noch vor Mercedes: "Im Moment sind wir Nummer zwei knapp hinter Ferrari, die sehr gut aussehen. Vielleicht zwei oder drei Zehntel. Aber wir sind schneller als Mercedes und das liegt nicht nur an unserem guten Auto, sondern auch am Motor", so der Österreicher zu ABMS.
Ferrari wird derzeit von Experten, Gegnern und wohl auch von sich selbst in die Favoritenrolle gedrängt. Die ersten zwei Testtage hatte Ferrari die Bestzeit, zu Beginn auch die meisten Runden. Und das Auto liegt wie auf Schienen. Charles Leclerc beendete die Testwoche für Ferrari auf Rang sechs, fuhr starke Longruns: "Wir wissen, dass die anderen Teams die Hosen noch nicht runtergelassen haben, aber das haben wir auch noch nicht."
Weiter geht es am kommenden Dienstag.

Die Zeiten vom Donnerstag:

1. Nico Hülkenberg (Renault): 1:17.393 Min. (24 Runden)
2. Alexander Albon (Toro-Rosso-Honda): 1:17.637 Min. (136)
3. Daniel Ricciardo (Renault): 1:17.785 Min. (34)
4. Valtteri Bottas (Mercedes): 1:17.857 Min. (56)
5. Lewis Hamilton (Mercedes): 1:17.977 Min. (58)
6. Charles Leclerc (Ferrari): 1:18.046 Min. (138)
7. Antonio Giovinazzi (Alfa-Romeo-Ferrari): 1:18.511 Min. (154) 
8. Romain Grosjean (Haas-Ferrari): 1:18.563 Min. (64)
9. Kevin Magnussen (Haas-Ferrari): 1:18.720 Min. (66)
10. Pierre Gasly (Red-Bull-Honda): 1:18.780 Min. (146)
11. Lando Norris (McLaren-Renault): 1:19.187 Min. (125)
12. Lance Stroll (Racing-Point-Mercedes): 1:19.664 Min. (72)
13. George Russell (Williams-Mercedes): 1:20.997 Min. (17)
14. Robert Kubica (Williams-Mercedes): 1:21.542 Min. (48)