Formel 1: Die besten Bilder des Eifel Grand Prix am Nürburgring 2020

Formel 1: Hulkenberg-Comeback

Irre! Erst Kaffee, dann Cockpit

Nico Hülkenberg sollte eigentlich bei RTL kommentieren, bestritt das Qualifying dann aber doch für Racing Point.
So schnell kann es gehen: Mick Schumachers Formel-1-Debüt fiel am Freitag ins Wasser, dafür kam Nico Hülkenberg am Samstag vom Regen in die Traufe. Weil sich Racing-Point-Pilot Lance Stroll den Magen so schwer verdorben hatte, dass er sich nicht fähig sah ins Auto zu steigen, musste Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer eine Blitzentscheidung treffen.
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Soll er den offiziellen Ersatzpiloten Stoffel Vandoorne ins frei gewordene Auto setzen oder Nico Hülkenberg, der bei den beiden Rennen in Silverstone schon erfolgreich den damals Corona-Infizierten Mexikaner Sergio Perez ersetzt hat? Szafnauer entschied sich für seinen Mann für besondere Fälle aus Deutschland. „Nico kennt das Auto, das Team, wir haben immer seinen Sitz mit dabei. Deshalb war er die logische Wahl.“
Für Hülkenberg begann damit ein Rennen gegen die Zeit. „Ich war in Köln, was etwa eine Stunde von hier entfernt ist und saß mit einem Freund zusammen, um einen Kaffee zu trinken und sah, dass Otmar (Racing-Point-Teamchef Szafnauer, d. Red.) anruft und sagt: „Nico beeil Dich, wir brauchen Dich hier.“ Dann bin ich ins Auto gestiegen und losgefahren. Ich musste kurz nachdenken, weil ich anders als in Silverstone völlig unvorbereitet ins Auto steigen musste. Aber am Ende bin ich Rennfahrer und machte mich sofort auf den Weg.“

Hülkenberg darf sein 3. Saisonrennen bestreiten

©Racing Point

Um 13.34 Uhr betrat er das Fahrerlager. 86 Minuten vor Beginn des Qualifyings. Alles musste im Eiltempo gehen. Ähnliches hatte nur der heutige Sky-Experte Paul di Resta erlebt. 2017 musste er bei Williams kurzfristig Felipe Massa ersetzen. Im Gegensatz zum Deutschen war der Schotte aber schon die Tage vorher an der Rennstrecke.
Fest steht: Hülkenberg hatte keine Zeit, das Auto kennenzulernen. Die ersten Runden im Qualifying dienten nur zur Orientierung. Am Ende wurde er 20. und es fehlte eine knappe halbe Sekunde, um ins zweite Segment zu kommen. „Es war brutal“, so Hülkenberg, „das Auto hat sich seit Silverstone verändert. Besonders an der Lenkung hat das Team gearbeitet, deshalb war das neue Einlenkverhalten total ungewohnt. Jetzt geht es darum, mich morgen im Rennen so schnell wie möglich an alles zu gewöhnen."
Den Humor hat der Emmericher jedenfalls nicht verloren, denn seine Prognosen für den GP der Eifel hörten sich im TV so an: „Alles andere als ein Sieg wäre eine große Enttäuschung", grinste er den perplexen Reporter an.
Allein: Die Experten sind jetzt schon beeindruckt. "Er war quasi nur zehn Minuten im Auto, dafür war das eine super Leistung", lobte Christian Danner.
Sein Pendant bei Sky schloss sich ihm an: "Ich hätte mir das wahrscheinlich nicht angetan", stellte Ralf Schumacher fest, "er hat aufgrund der Umstände den bestmöglichen Job. Wäre er auf Anhieb auf den Zeiten der Kollegen gewesen, wären die dann aber auch alle überbezahlt." Der sechsmalige GP-Gewinner gab aber auch zu bedenken: „Für Vandoorne war diese Entscheidung wie ein Schlag in die Magengrube. Wofür hat man einen Ersatzfahrer, wenn man ihn nicht einsetzt?“
Dem Deutschen kann das aber egal sein. Was Hülkenberg am meisten freut: "Der Große Preis der Eifel findet auf der Strecke statt, die meiner Heimatstadt Emmerich am nächsten liegt. Ich habe fast schon geweint, dass ausgerechnet in dem Jahr, in dem ich mal nicht dabei bin, wieder dort gefahren wird. Ich fühle mich am Ring wie zuhause. Ich weiß nicht, wie viele Kilometer ich schon auf der Nordschleife gefahren bin, ich kann sie sicher nicht zählen. Aber auch der GP-Kurs hat es in sich und ist alles andere als einfach. Auch wegen des Wetters. Das kann sich erfahrungsgemäß – egal zu welcher Jahreszeit – blitzschnell ändern."
Deshalb hätte der Emmericher auch nichts dagegen, wenn es morgen regnet.

Formel 1: Die besten Bilder des Eifel Grand Prix am Nürburgring 2020

Autor: Ralf Bach

Fotos: Racing Point

Stichworte:

F1 Racing Point

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