Formel 1

Formel-1-Champions 1950-2017

Formel 1: Immer mehr Dominanzen

Darum gibt's so wenig Sieger wie nie

Die letzten 100 Grands Prix brachten nur neun verschiedene Rennsieger hervor. So wenig wie nie zuvor. Dominierende Teams werden immer häufiger. Warum?
Auf 976 WM-Rennen kommt die Formel 1 bisher. 107 verschiedene Sieger brachte sie hervor. Aber die letzten 100 Grands Prix gewannen nur neun verschiedene Fahrer. Zum Vergleich: Die 100 Rennen davor waren es noch zwölf, vor 600 Rennen sogar 23! Im aktuellen Jahrzehnt sind es bisher elf verschiedene Sieger, das unterschreitet den bisherigen Negativ-Rekord von 17 Siegern in einem Jahrzehnt (90er und 2000er Jahre) deutlich. Auch wenn noch zwei Jahre zu fahren sind. In den 70er Jahren fuhren sogar noch 24 verschiedene Piloten auf Platz eins.
Fakt ist: Die Vielfalt an verschiedenen Siegern nimmt ab, die Dominanzen nehmen immer mehr zu. Von 2010 bis 2013 dominierte Red Bull, seit 2014 Mercedes. Einst war es nahezu eine unüberwindbare Hürde, den WM-Titel zu verteidigen. Nach Jack Brabham 1959/1960 schaffte das bis Alain Prost 1985/1986 nicht ein Fahrer. Auch nicht Ausnahmekönner wie Niki Lauda. Er erklärte damals: „Den WM-Titel zu verteidigen ist, als kämst du als Bergsteiger gerade von einem Achttausender herunter und müsstest gleich den nächsten hinauf.“

Hamilton ist der Meister der letzten 100 Grands Prix

Das änderte sich in den späten 80er Jahren. Erst dominierte McLaren. Dass es keinen Serien-Weltmeister gab, lag daran, dass das britische Traditionsteams stets zwei gleichstarke Fahrer aufeinanderhetzte. Erst Niki Lauda und Alain Prost, dann Prost und Ayrton Senna. Williams war das nächste Team, das vorneweg fuhr. Von 1992 bis 1997 – nur unterbrochen von den beiden Benetton-Schumacher-Jahren 1994 und 1995. Auch Williams brachte keinen Weltmeister hervor, der seinen Titel verteidigen konnte. Alle verließen das Team: Nigel Mansell nach dem Titelgewinn 1992, genauso wie Alain Prost 1993 und Damon Hill 1996. Jacques Villeneuve blieb auch nur noch ein Jahr. Williams war zu seinen Fahrern nie großzügig. Selbst Ayrton Senna musste enorme Gehaltseinbußen einnehmen, als er 1994 von McLaren zum zweiten englischen Traditionsteam wechselte. Von jährlich 20 Millionen US-Dollar auf geschätzt sieben bis acht Millionen Dollar. Aber Senna sah bei Williams die Chance, noch einmal Weltmeister zu werden und an seiner Legende zu schrauben.

Schumacher leitet Trendwende ein

Es folgte die Ferrari-Dominanz zu Beginn des Jahrtausends. Wegen der gnadenlosen Nummer-1-Fahrer-Politik war Michael Schumacher der erste Pilot, der eine solche Teamdominanz in fünf WM-Titel in Folge ummünzen konnte. Bis heute ist er deswegen der erfolgreichste Fahrer der F1-Geschichte.
Schumis Rekorde: Diese wackeln als nächstes
Zuletzt konnten dominierende Teams nur durch Regeländerungen geschlagen werden. Red Bull wurde vom neuen Hybrid-Reglement ausgebremst. Mercedes gerät seit 2017 durch die neuen Aerodynamik-Regeln in Bedrängnis.
Doch die Kluft zwischen armen und reichen Teams wird in der Formel 1 immer größer. Die Topteams geben 300 Millionen Euro pro Jahr mehr aus als die Mittelfeldteams. Das war bis in die 80er Jahre noch ganz anders. Die Saison 1982 brachte deswegen allein elf verschiedene Sieger hervor – so viel wie das bisherige Jahrzehnt! Allein sieben Rennställe waren 1982 erfolgreich: Ferrari, McLaren, Renault, Williams, Lotus, Tyrrell und Brabham.
Aber noch in den 90er Jahren gab es viele Überraschungssieger. Plötzlich gewannen Fahrer, die sonst nur im Mittelfeld zu finden waren. Wie Olivier Panis 1996 in Monaco im Ligier-Mugen-Honda, Johnny Herbert 1999 am Nürburgring im Stewart-Ford oder Damon Hill 1998 in Belgien im Jordan-Mugen-Honda. Damals gab es noch viel Raum für Unwägbarkeiten und überraschende Wendungen: technisch bedingte Ausfälle; Strecken, die Fahrfehler nicht so sehr verzeihen wie heute; Teams, die noch nicht so professionell arbeiteteten. Ein Reglement, das nicht darauf ausgelegt war, dass Autos mehrere Rennen halten müssen. Die Technik war mehr am Limit.
Trotzdem können die Fans optimistisch in die Zukunft blicken. Erstens sind derzeit drei starke Topteams in der Formel 1 vertreten (Mercedes, Ferrari, Red Bull), die für eine abwechslungsreiche Saison sorgen können. Zweitens wird eifrig an einem neuen Reglement ab der Saison 2021 gearbeitet, das Mittelfeldteams wieder näher an die großen Mannschaften heranführen soll.
Sieger in 100 Grands Prix 
Rennen 877-976: 9 (Bester Fahrer: Hamilton 42 Siege)
Rennen 777-876: 12 (Bester Fahrer: Vettel 26 Siege)
Rennen 677-776: 13 (Bester Fahrer: Schumacher 40 Siege)
Rennen 577-676: 12 (Bester Fahrer: Schumacher 35 Siege)
Rennen 477-576: 12 (Bester Fahrer: Senna 24 Siege)
Rennen 377-476: 13 (Bester Fahrer: Prost 32 Siege)
Rennen 277-376: 23 (Bester Fahrer: Jones 12 Siege)
Rennen 177-276: 23 (Bester Fahrer: Stewart 20 Siege)
Rennen 77-176: 20 (Bester Fahrer: Clark 25 Siege)
Rennen 1-76: 23 (Bester Fahrer: Fangio 24 Siege)

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Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-alliance

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