Formel 1: Die besten Bilder vom Russland Grand Prix in Sochi 2020

Formel 1 in Sotchi: "Lächerliche" Strafe

Mercedes hat Regeln falsch verstanden

Lewis Hamilton verliert den Sieg beim GP Russland in Sotchi aufgrund einer Strafe schon vorm Start. Was lief da falsch bei Mercedes?
Lewis Hamilton (36) muss noch mindestens ein Rennen langt auf seinen 91. GP-Sieg warten. Schuld daran sind zwei Fünf-Sekunden-Strafen, die der Brite schon vorm Start des GP Russland kassiert hat. Stein des Anstoßes: zwei Übungsstarts aus der Boxengasse. Hamilton hielt dort, wo es laut FIA-Kommissaren nicht erlaubt ist.
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Das brachte ihn schon während des Rennens auf die Palme. „Das ist lächerlich“, funkte der Weltmeister an seinen Kommandostand. Der hatte ihm sogar explizit die Erlaubnis erteilt, kurz vorm Ausgang der Boxengasse den Start zu üben!
Mercedes-Teamchef Toto Wolff sieht die Schuld aber nicht bei seinem Team. „Ich respektiere die Kommissare. Aber in dem Fall stimme ich ihnen nicht zu“, betont der Österreicher. „Die Event-Notes besagen – wenn ich richtig informiert bin – dass du die Übungsstarts nach der Ampel auf der rechten Seite der Boxengasse machen musst.“ Allerdings sei „nicht spezifiziert“, wo genau der vorgesehen Ort dafür sei.
AUTO BILD Motorsport schaute in Dokument 3 der FIA zum GP Russland nach. Da steht:
„19.1 Übungsstarts dürfen nur auf der rechten Seite nach den Boxenausgangsleuchten durchgeführt werden. Die Fahrer müssen zu ihrer Linken ausreichend Platz lassen, damit ein anderer Fahrer passieren kann.

Hamilton bekommt für sein Vergehen zwei Strafpunkte

19.2 Aus Gründen der Sicherheit und der sportlichen Chancengleichheit dürfen Fahrzeuge zu keinem Zeitpunkt auf der Überholspur anhalten, wenn die Boxenausfahrt offen ist, ohne dass es dafür einen triftigen Grund gibt (ein Übungsstart gilt nicht als triftiger Grund).“
Heißt also: In Paragraph 19.1 ist der Platz für Probestarts tatsächlich nicht klar definiert. In Paragraph 19.2 steht aber sehr wohl, dass die Überholspur tabu ist. Und genau da stand Hamilton!
Das spezifizieren die Rennkommissare auch in ihren Urteilen: „Übungsstarts dürfen gemäß Punkt 19.1 in den Event-Notizen nur auf der rechten Seite nach den Boxenampeln absolviert werden – und zwar an einer Stelle, die explizit als nicht zur Rennstrecke zugehörig markiert ist, weil man sie durch Linien abgetrennt hat.“ Die Stewards weiter: „Das wissen alle Teilnehmer und das wird auch ohne Ausnahme so genutzt.“
Auch Ex-Formel-1-Pilot Alex Wurz erklärt im ORF: „Lewis steht weit draußen, dort sind die Autos schon sehr schnell. Dort darf man nicht stehenbleiben, das ist kein vorgeschriebener Platz.“
Hamilton selbst sieht seinen Fehler allerdings auch nach dem GP nicht ein. Bei Sky wird er deutlich: „Ich bin mir sicher, dass niemand schon einmal zwei Fünf-Sekunden-Strafen für so etwas Lächerliches bekommen hat. Ich habe niemanden in Gefahr gebracht. Ich habe das über die Jahre schon auf einer Million Strecken gemacht, und niemand hat sich je dafür interessiert.“ Der Brite glaubt, dass die FIA diesmal zu genau hingeschaut hat: „Alles nur, um mich einzubremsen.“
Immerhin: Die Rennkommissare haben die zwei Strafpunkte für Hamilton am Abend nach Anhörung des Funkverkehrs zurückgezogen und stattdessen das Team mit einer Geldstrafe von 25000 Euro belegt.

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