Die Saison ist fast rum, heute hat Sebastian Vettel in Abu Dhabi (Rennstart um 14.10 Uhr auf RTL) eine letzte Chance, 2019 doch noch ein Rennen zu gewinnen. Die Fehler-Analyse bei Ferrari ist abgeschlossen, man will sich auf die neue Saison und den nächsten Angriff auf den Titel kontrollieren. Eigentlich. Denn die italienische Presse spielt da nicht mit. Statt den mentalen Boden für ein starkes 2019 zu bereiten, haut die größte Sporttageszeitung des Landes schon wieder auf Sebastian Vettel drauf.
Ferrari
Sebastian Vettel schrammte erneut am Titel vorbei
Ist es Zufall oder geplante Attacke? Fakt ist: An zwei Tagen in Folge veröffentlicht die Gazzetta dello Sport Interviews, in denen der Vierfachweltmeister erneut hart kritisiert wird. Gestern lederte Ex-Chefvermarkter Bernie Ecclestone gegen seinen deutschen Freund. "Michael hat Ferrari auf seine Schultern genommen und das Team aus der Krise geführt. Er war ein Leader. Vettel ist nicht so", so das harte Urteil des Briten, der nachlegt: "Er muss innerlich stärker werden, die Dinge gelassener sehen. Er ist noch nicht fertig als Pilot, er ist im Moment nur desorientiert."
Heute nun darf Ex-Renault-Teamchef Flavio Briatore in der Gazzetta gegen Vettel hetzen. "Ganz klar" und "ohne Zweifel" hätte Fernando Alonso Lewis Hamilton einen härteren Fight geliefert als Vettel, der mit unnötigen Fehlern jede Menge Punkte weggeworfen habe. "Ferrari", so Briatore, "hätte dieses Jahr Weltmeister werden können. Sobald du richtig Druck auf einen Fahrer ausübst, kann dieser Fehler machen. Auch wenn er Hamilton heißt. Aus verschiedenen Gründen war der Druck aber nie groß genug."
Solche Aussagen zeigen schon jetzt: 2019 wird für Vettel kein bisschen leichter werden. Er fährt nicht nur gegen Hamilton und Co., sondern auch gegen die italienische Öffentlichkeit. Solange, bis er im roten Auto endlich Weltmeister wird.