Formel 1: Keine Strafen für Startcrash
Wer war Schuld am Vettel-Drama?

Drama im WM-Kampf: Startkollision zwischen Sebastian Vettel, Max Verstappen und Kimi Räikkönen in Singapur. Das sagen die Beteiligten zum Crash:
Bild: Picture-Alliance
- Frederik Hackbarth
- Bianca Garloff
- Ralf Bach
Immerhin: Weitere Konsequenzen bleiben Sebastian Vettel erspart. Um 23:36 Uhr Ortszeit verkünden die Stewards Silvia Bellot, Gerd Ennser, Nish Shetty und Emanuele Pirro in Singapur: "Kein Fahrer trägt gänzlich oder überwiegend die Schuld für den Vorfall. Deswegen gibt es keine weiteren Strafen." Der Heppenheimer war auch schon genug bestraft. Nachdem er am Start in Führung liegend aggressiv die Innenbahn zugemacht hat, krachte es. Die Kettenreaktion: Erst kollidiert Red-Bull-Pilot Max Verstappen im Ferrari-Sandwich mit Kimi Räikkönen. Dann biegt der Finne in Vettels roten Renner ab. Alle drei müssen aufgeben. Vettel verliert den möglichen Sieg und die WM-Führung, liegt jetzt 28 Punkte hinter Singapur-Sieger Lewis Hamilton.

Verstappen sieht sich klar als Opfer der Startkollision
Verstappen, der den besseren Start als Pole-Mann Vettel erwischt: "Seb hat mich eingeklemmt. Wenn du um die WM kämpfst, solltest du so ein Risiko nicht eingehen. Man sieht ja jetzt was rauskommt: Lewis führt das Rennen an und wir sind alle raus." Die Schuld gibt der Holländer Vettel: "Ich denke nicht, dass es ein Rennunfall war. Ich habe jedenfalls nichts falsch gemacht."
Red-Bull-Teamchef Christian Horner nach dem Rennen stinksauer: "Wenn irgendwer Max die Schuld gibt, muss er zum Sehtest. Seb kommt aggressiv von rechts, Kimi genauso aggressiv von links. Er kann sich ja nicht in Luft auflösen! Max hat nur seine Linie gehalten." Der Auslöser für Horners Wut: Ein Tweet, in dem Ferrari Verstappen als Schuldigen ausmacht. Dieser wurde zwar von einem offiziellen Ferrari-Account abgesetzt, war aber vom Team nicht autorisiert, wie sich später rausstellt.

Vettel, Verstappen und Räikkönen geraten aneinander
Die Schuldfrage spielt für den Ferrari-Star nach dem Rennen keine Rolle: "Egal wie es ist: Wir sind draußen, es ist Kacke gelaufen." Auch Teamkollege Räikkönen findet: "Unglücklich, aber das Resultat lässt sich leider nicht mehr ändern. Ich hab nicht viel anders machen können, werde getroffen und das Rennen ist durch."

Nur noch Schrott: Der Ferrari von Kimi Räikkönen
DTM-Pilot Timo Glock stellt sich hinter Vettel, sagt zu AUTO BILD MOTORSPORT: "Seb hat seine Linie verteidigt. Das darf er. Er sieht nicht, was hinter ihm passiert. Verstappen war im Sandwich. Dass Räikkönen da durchsticht, da konnte keiner mit rechnen."
Ex-Pilot und Sky-Experte Martin Brundle stimmt den Rennstewards zu: "In erster Linie ist es ein Rennunfall beim Start. Wenn man doch jemandem Schuld geben müsste, dann Vettel. Er wollte Verstappen covern, ist rübergezogen - hatte aber keine Ahnung, dass Kimi so einen guten Start hatte. Am Ende ist innen der Platz ausgegangen. Max konnte nirgendwo hin."

Vettel ist noch in Führung, hinter ihm kracht es
Auch Vettel selbst gibt sich trotz der Niederlage kämpferisch: "Natürlich ist es doof und hilft uns nicht. Vor allem ist es bitter, weil die Voraussetzungen hier sehr gut waren. Aber was sollen wir jetzt machen? Es geht weiter. Das ist kein Weltuntergang."
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