Formel 1: Kolumne aus Austin
Tiger Hamilton geht auf die Jagd

Als perfektes Jagdgebiet bezeichnete Lewis Hamilton die USA - eine mehr als deutliche Ansage an Nico Rosberg. Die Kolumne zum Donnerstag in Austin.
Bild: Picture-Alliance
- Ralf Bach
Nach Austin kommen alle gerne. Fahrer, Techniker, Mechaniker, Marketingleute, Fans aus der ganzen Welt. Weil Austin eine spezielle Stadt ist, mit speziellem Flair und mit einer ganz speziellen Straße: Der 6th Street. Eine Musikbar ist neben der anderen, Livebands covern Beatles, Stones und Springsteen zum Abwinken. Diese Straße ist wie Woodstock mitten in Texas.

Hundefreund Hamilton geht Gassi im Austin-Paddock
Die Vorzeichen sind in diesem Jahr völlig andere. Rosberg hat schon eine Hand am Pokal. Hamilton braucht Kampfgeist und gute Stimmung, um noch zurückzuschlagen. Es ist ein schwieriges Unterfangen, denn selbst bei vier Siegen genügen Teamkollegen Rosberg drei zweite Plätze und ein dritter zum Titelgewinn. "Ich würde sofort mit Lewis tauschen. Natürlich ist der Titel noch möglich!", macht Sebastian Vettel Hamilton Mut. Der US-Grand-Prix kommt für den Briten zum richtigen Zeitpunkt. "Ich liebe die USA, ich bin schon seit einer Woche hier", erzählt der Brite, "Amerika war schon immer ein gutes Jagdgebiet für einen Tiger wie mich."
Hamilton auf der Jagd: Mercedes-Star im Ballerspiel!
So langsam blüht Hamilton in seiner Wahlheimat wieder zu alter Stärke auf – diesen Eindruck konnte man zumindestens am Donnerstag gewinnen. Zum Kuscheln hatte er gleich seinen besten Kumpel mitgebracht. Seinen Hund Roscoe. Wer einen Hund hat, braucht keine Freunde mehr...

In der PK war der 'Tiger' diesmal ganz handzahm
Hamilton kam pünktlich um kurz vor elf zur PK. Das erste Mal seit Januar trug er wieder seine Modebrille. "Guten Morgen allerseits." Schon seine Begrüßung machte deutlich, dass er diesmal auf Kuschelkurs war. Ein Protestschweigen oder eine Flucht waren nicht zu erwarten. Er beantwortete alle Fragen nicht nur professionell, sondern blühte bei manchen richtig auf. Am Ende gab er noch eine richtige Kampfansage an Lieblingsfeind Rosberg aus: "Wenn ich dieses Jahr den Titel verliere, werde ich das nehmen wie ein Mann. Aber solange der Titel noch möglich ist, werde ich kämpfen. Ich habe den Glauben, dass noch alles möglich ist. Ansonsten verspreche ich schon jetzt, dass ich nächstes Jahr stärker als zuvor zurückkommen werde."
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