Formel 1: Kolumne aus Spielberg
Wenn die Masken fallen

In seiner neuen Kolumne nimmt unser Formel-1-Reporter Ralf Bach Sie mit ins Fahrerlager: Das erlebte er am Samstag beim Österreich GP in Spielberg.
Bild: Picture-Alliance
- Ralf Bach
Durch den Tunnel, der vom Pressezentrum zum Fahrerlager fährt, führt die sogenannte 'Wand der Legenden'. Dort hängen Fotos von Jack Brabham, Jacky Stewart, Jochen Rindt, Niki Lauda, Nelson Piquet, Alain Prost, Ayrton Senna und Michael Schumacher. Drückt man auf einen Knopf, spielt ein Tonband prägnante Aussagen der Piloten ab. Die Fahrer müssen ebenfalls durch den Tunnel, wenn sie zu einer Pressekonferenz im Hauptgebäude eingeladen waren. So wie Lewis Hamilton nach der öffentlichen Anhörung zum Qualifying.

Helmut Marko hat kein Interesse an Mick Schumacher
Es ging aber auch lustig zu beim Blick hinter die Kulissen und Kameras. Zum Beispiel als Gerhard Berger seinem Neffen, DTM-Pilot Lucas Auer, schlitzohrig für ein Fernsehinterview mit dem ORF mit auf den Weg gab: "Und sag bitteschön, dass der Rosberg bei Mercedes zu wenig Geld verdient!"
Hintergrund: Berger verhandelt für Nico Rosberg gerade einen neuen Vertrag aus, der immer noch nicht unterschrieben ist. Nach dem Aufhängungsbruch an Rosbergs Mercedes im dritten freien Training scherzte der Tiroler deshalb auch: "Das wird jetzt nochmal teurer für Mercedes: Gefahrenzulage!"

Lucas Auer und sein Onkel Gerhard Berger in Spielberg
Apropos Nachwuchs: Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko sagte in Spielberg nochmal ganz klar, dass Mick Schumacher nicht auf dem Radar von Red Bull ist. Aktuell gehören die Plätze im Red-Bull-Nachwuchskader dem Franzosen Pierre Gasly (GP2), dem Finnen Niko Kari, dem Brasilianer Sergio Sette Camara (beide Formel-3-Europameisterschaft), dem Australier Luis Leeds (Britische Formel 4) und dem Holländer Richard Verschoor (unter anderem Deutsche Formel 4). "Da ist für Mick Schumacher kein Platz", so Marko.
Einer der großen Gewinner des Qualifyings war ein anderer Junior: 'Mercedes-Kronprinz' Pascal Wehrlein.
Sein sensationeller zwölfter Platz war für das kleine britische Team wie ein Sieg. Wehrlein Mentor Toto Wolff war dementsprechend entzückt: "Endlich hatte Pascal mal ein reibungsloses Qualifying. Deshalb konnte er zeigen, dass er in der Tat ein 'special boy' ist", schwärmte der Mercedes-Motorsportchef.

Pascal Wehrlein zeigte ein ganz starkes Qualifying
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