Formel 1: So verbringen die F1-Stars die Zwangspause

Formel 1: Kommentar zu Reverse Grid

Umgedrehte Startaufstellung: Chance verpasst

Die Formel-1-Teams wollten die Doppelrennen in umgedrehter Startaufstellung ausfahren. Doch Mercedes und Racing Point sind dagegen. Ein Kommentar.
Fast wäre es zu einer Revolution in der Formel 1 gekommen. Aber mit Hilfe von Racing Point hat Mercedes das wohl verhindert.
Worum geht es? Erstmals in der 70-jährigen Geschichte der Formel 1 finden an einer Rennstrecke im gleichen Jahr zwei Grands Prix statt. Das wird in Spielberg und Silverstone der Fall sein, wahrscheinlich später im Jahr auch noch in Bahrain. Der Corona-Notfall-Kalender macht das nötig.
Der neue Formel-1-Kalender 2020: hier klicken
Das Problem: Beim jeweils zweiten Rennen auf der Strecke, das auch jeweils nur eine Woche später stattfindet, dürfte die Spannung raus sein. Sofern sich das Wetter nicht grundlegend ändert oder es zu unvorhergesehenen Ereignissen kommt, wird das zweite Rennen wohl ein ähnliches Ergebnis produzieren wie das erste. Warum sollte es auch anders sein?

Christian Horner spricht sich für die umgedrehte Startaufstellung aus

Also haben die Formel-1-Teams nach Wegen gesucht, zweimal Spannung zu generieren. Die Strecke in umgekehrter Richtung zu befahren ist unmöglich: Die Auslaufzonen, Reifenstapel und dergleichen sind für die eine Fahrtrichtung ausgerichtet. Sie zu ändern wäre also nicht mit dem Sicherheitskonzeptvereinbar.
Also kam die Idee der umgedrehten Startaufstellung ins Spiel. Soll heißen: Statt des normalen Qualifyings würde am Samstag ein Quali-Rennen ausgetragen werden. Gestartet würde in umgekehrter Reihenfolge des WM-Standes. Das Ergebnis dieses Quali-Rennens wäre gleichbedeutend mit dem Grid für den echten Grand Prix.
Die Idee scheiterte an Mercedes und Racing Point. Red-Bull-Teamchef Christian Horner bedauert das gegenüber von Sky: “Der Einzige, der das nicht unterstützt hat, war Toto. Weil er glaubt, dass das Lewis' Chancen auf eine siebte Weltmeisterschaft zu sehr beeinträchtigt. Das Problem ist, dass das Ergebnis sehr wahrscheinlich das gleiche sein wird, wenn wir zweimal unter dem gleichen Format auf der gleichen Strecke fahren. Jetzt hätten wir die Chance, mal etwas anderes auszuprobieren. Und solange vor Beginn des ersten Rennens klar ist, was wir machen, und das nicht während der Saison geändert wird, hätten wir damit kein Problem."
Ich finde: Horner hat Recht. Es wäre die beste Chance gewesen, solche Konzepte mal auszuprobieren. Dem Formel-1-Besitzer Liberty Media schweben solche Ideen schon seit Jahren vor. Doch meistens scheitern sie an den  Topteams. Die Corona-Not hätte hier zur Tugend werden können. Würden die Formel-1-Fans das gut finden, könnte man sich solche Elemente auch für die Zukunft überlegen. Lehnen sie es ab, dann kann man es auf Corona-Notfallmaßnahmen schieben.
Natürlich wäre das ein Showelement, das sportlich vielleicht nicht 100% fair ist. Aber die Sache ist ganz einfach: Vor 20, 30 Jahren hatte die Formel 1 noch viele natürliche Spannungselemente: Kiesbetten, in denen Fahrer gestrandet sind, Defekte, die reihenweise auftraten. Kurzum: Die Königsklasse war einfach noch nicht so vorhersehbar, weil sie technisch noch nicht das Niveau von heute hatte – ohne Super-Rechner und 2000-Mann starke Hightech-Unternehmen als Rennteams.
Mittelfristig könnte die Budgetobergrenze als Spannungsgarant helfen. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Für 2020 gilt: Chance vertan.

Formel 1: So verbringen die F1-Stars die Zwangspause

Fotos: Picture Alliance

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.