Formel 1: So verbringen die F1-Stars die Zwangspause

Formel 1: Kommentar zu Reverse Grid

Umgedrehte Startaufstellung: Chance verpasst

Die Formel-1-Teams wollten die Doppelrennen in umgedrehter Startaufstellung ausfahren. Doch Mercedes und Racing Point sind dagegen. Ein Kommentar.
Fast wäre es zu einer Revolution in der Formel 1 gekommen. Aber mit Hilfe von Racing Point hat Mercedes das wohl verhindert.
Worum geht es? Erstmals in der 70-jährigen Geschichte der Formel 1 finden an einer Rennstrecke im gleichen Jahr zwei Grands Prix statt. Das wird in Spielberg und Silverstone der Fall sein, wahrscheinlich später im Jahr auch noch in Bahrain. Der Corona-Notfall-Kalender macht das nötig.
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Das Problem: Beim jeweils zweiten Rennen auf der Strecke, das auch jeweils nur eine Woche sp√§ter stattfindet, d√ľrfte die Spannung raus sein. Sofern sich das Wetter nicht grundlegend √§ndert oder es zu unvorhergesehenen Ereignissen kommt, wird das zweite Rennen wohl ein √§hnliches Ergebnis produzieren wie das erste. Warum sollte es auch anders sein?

Christian Horner spricht sich f√ľr die umgedrehte Startaufstellung aus

Also haben die Formel-1-Teams nach Wegen gesucht, zweimal Spannung zu generieren. Die Strecke in umgekehrter Richtung zu befahren ist unm√∂glich: Die Auslaufzonen, Reifenstapel und dergleichen sind f√ľr die eine Fahrtrichtung ausgerichtet. Sie zu √§ndern w√§re also nicht mit dem Sicherheitskonzeptvereinbar.
Also kam die Idee der umgedrehten Startaufstellung ins Spiel. Soll hei√üen: Statt des normalen Qualifyings w√ľrde am Samstag ein Quali-Rennen ausgetragen werden. Gestartet w√ľrde in umgekehrter Reihenfolge des WM-Standes. Das Ergebnis dieses Quali-Rennens w√§re gleichbedeutend mit dem Grid f√ľr den echten Grand Prix.
Die Idee scheiterte an Mercedes und Racing Point. Red-Bull-Teamchef Christian Horner bedauert das gegen√ľber von Sky: ‚ÄúDer Einzige, der das nicht unterst√ľtzt hat, war Toto. Weil er glaubt, dass das Lewis' Chancen auf eine siebte Weltmeisterschaft zu sehr beeintr√§chtigt. Das Problem ist, dass das Ergebnis sehr wahrscheinlich das gleiche sein wird, wenn wir zweimal unter dem gleichen Format auf der gleichen Strecke fahren. Jetzt h√§tten wir die Chance, mal etwas anderes auszuprobieren. Und solange vor Beginn des ersten Rennens klar ist, was wir machen, und das nicht w√§hrend der Saison ge√§ndert wird, h√§tten wir damit kein Problem."
Ich finde: Horner hat Recht. Es w√§re die beste Chance gewesen, solche Konzepte mal auszuprobieren. Dem Formel-1-Besitzer Liberty Media schweben solche Ideen schon seit Jahren vor. Doch meistens scheitern sie an den  Topteams. Die Corona-Not h√§tte hier zur Tugend werden k√∂nnen. W√ľrden die Formel-1-Fans das gut finden, k√∂nnte man sich solche Elemente auch f√ľr die Zukunft √ľberlegen. Lehnen sie es ab, dann kann man es auf Corona-Notfallma√ünahmen schieben.
Nat√ľrlich w√§re das ein Showelement, das sportlich vielleicht nicht 100% fair ist. Aber die Sache ist ganz einfach: Vor 20, 30 Jahren hatte die Formel 1 noch viele nat√ľrliche Spannungselemente: Kiesbetten, in denen Fahrer gestrandet sind, Defekte, die reihenweise auftraten. Kurzum: Die K√∂nigsklasse war einfach noch nicht so vorhersehbar, weil sie technisch noch nicht das Niveau von heute hatte ‚Äď ohne Super-Rechner und 2000-Mann starke Hightech-Unternehmen als Rennteams.
Mittelfristig k√∂nnte die Budgetobergrenze als Spannungsgarant helfen. Doch das ist noch Zukunftsmusik. F√ľr 2020 gilt: Chance vertan.

Formel 1: So verbringen die F1-Stars die Zwangspause

Fotos: Picture Alliance

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