Formel 1: Kubica auf Palmer-Niveau
Starkes Kubica-Comeback mit Schrecksekunde

Robert Kubica ist zurück in der Formel 1. Beim Test in Ungarn waren alle Augen auf ihn gerichtet. Doch los ging das Comeback mit einem Schreckmoment.
Bild: Getty Images / Picture-Alliance
- Frederik Hackbarth
Selbst Sebastian Vettel ist baff: "Ich weiß nicht, wie er das mit seiner Hand macht", staunt der Ferrari-Star angesichts des Kubica-Comebacks im aktuellen Formel-1-Auto von Renault. "Aber es ist toll für ihn, dass er zurück ist. An seinem Speed und Talent gab's sowieso nie Zweifel! Ich hoffe, er hat heute Spaß und genießt es, aber die neuen Autos dieses Jahr sollten seinem Stil liegen."
Lob und Jubel überall. Auch die Journalisten applaudieren, als Kubica am Ende seines Testtages auf dem Hungaring den Raum für seine Presserunde betritt. "Das ist ein weiterer Schritt auf einer unfassbaren Reise", so der Pole. "Ich bin Renault für diese Gelegenheit sehr dankbar. Ich habe mir selber einige wichtige Fragen beantworten können. Über die neue Generation von Rennwagen konnte ich eine Menge lernen. Mit jenen Rennern, die ich früher bewegte, hat das nicht mehr viel zu tun."
Mehr als sechs Jahre hat Kubica auf diesen Tag gewartet: Erstmals seit seinem schweren Rallye-Unfall in Italien 2011, bei dem sich eine Leitplanke ins Cockpit bohrte und er fast seine Hand verlor, nahm der Ex-BMW-Sauber-Star heute wieder an einem offiziellen F1-Test teil. Schon am Morgen wurde es laut auf den Rängen - die Tribüne gegenüber seiner Renault-Box war gut besucht und mit vielen polnischen Flaggen bestückt. 3.500 Fans kamen insgesamt – 1.500 mehr als am Vortag – und sorgten mit ihren Kubica-Gesängen für Gänsehautstimmung.

Robert Kubica ist endlich zurück im Formel-1-Auto
Zur Mittagspause schlägt sich Kubica bereits achtbar, liegt nach der ersten viertstündigen Session auf Rang sieben von elf Fahrern, mit einem Rückstand von 2,557 Sekunden auf die Bestzeit. Am Nachmittag steigert er sich deutlich. Mit einer Zeit von 1:18.572 Minuten belegt er am Ende des Tages Rang vier. Rückstand zur Spitze: nur 1,448 Sekunden. Der Hammer: Kubicas Zeit ist nur eineinhalb Zehntel langsamer als die von Renault-Stammpilot Jolyon Palmer (1:18,415) beim Qualifying am vergangen Samstag!

Müde aber glücklich: Kubica in seiner Presserunde

Gut zu sehen: Die Unfallfolgen an Kubicas Arm
Service-Links