Formel 1: Kubica-Comeback
Deswegen kann er mit diesem Arm fahren

Robert Kubica arbeitet unermüdlich für sein Formel-1-Comeback. Ex-Rosberg-Physio Daniel Schlösser erklärt, warum das trotz lädierten Arms möglich ist.
Bild: Getty Images; Picture-Alliance
- Michael Zeitler
- Bianca Garloff
Sechs Jahre, 18 Operationen und viel Physio-Training sind seit dem schweren Unfall bei der Rallye Ronde di Andora von Robert Kubica vergangen. Der Crash im Skodia Fabia S2000 beendete seine hoffnungsvolle Formel-1-Karriere (Sieg in Kanada 2008) damals abrupt. Jetzt will Kubica zurück in die Königsklasse. In Ungarn testete der 32-Jährige für Renault 142 Runden, also mehr als die doppelte GP-Distanz – bei weit über 30 Grad Außentemperatur. Am Ende war er sechstschnellster von 21 Fahrern.
Kubica hat bei dem Test beeindruckt: Sein rechter Arm ist noch immer lädiert, die Bewegung eingeschränkt, nur 40 Prozent Muskelkraft erhalten. Und doch kann er einen Formel-1-Rennwagen – 2017 wieder deutlich schneller und körperlich anspruchsvoller – scheinbar mühelos bewegen. Wie ist das möglich?
Daniel Schlösser, bis zum Rücktritt noch Physiotherapeut von Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg und jetzt Trainer von Formel-1-Force-India-Testfahrer Nikita Mazepin, weiß: „Er hat sehr wohl noch Muskeln in seinem rechten Arm, das Volumen ist nur nicht mehr so groß.“

Beim Test in Budapest drehte Kubica 142 Runden im Renault
Wie sieht die andere Fahrtechnik aus? Schlösser: „Beispiel Linkskurve: Statt rechts zu drücken, kann man mit links auch am Steuer ziehen. Je nach Grifftechnik kann das sogar effizienter sein.“
Ein Formel-1-Comeback traut er Kubica daher zu. „In Ungarn hat er bei großer Hitze ein Hardcore-Programm gefahren. Da kann sich so mancher junge Pilot eine Scheibe abschneiden. Wer das aushält, kann auch einen Grand Prix bestreiten.“
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