Formel-1-Italien, in den letzten Jahren gedemütigt, geteert und gefedert, hat endlich wieder Grund zum Jubeln. Ferrari ist zumindest für einen Tag wieder zurück an der Spitze der Formel 1. Grund: Charles Leclerc stellte den F1-75 beim Saisonauftakt in Bahrain auf die Pole-Position. Verständlicherweise groß war die Freude bei Teamchef Mattia Binotto: "Die Erwartungen waren hoch, die haben wir selbst kreiert. Aber das ist Ferrari. Jeder hat auf uns gewartet nach ein paar schweren Saisons."
Für die Scuderia ist es die erste Pole seit 16 Rennen (ebenfalls Leclerc, Baku 2021). Auf einen Sieg wartet Ferrari mittlerweile sogar seit 45 Grand Prix (Sebastian Vettel, Singapur 2019). Besser als am Sonntag in Bahrain, standen die Chancen lange nicht.
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"Es ist toll für uns, da vorne zu stehen. Damit sind wir sehr happy. Das Team pusht hart. Umso schöner, dass wir performen", sagt Binotto mit einem Lächeln unter der Maske. Doch gerade die euphorischen Tifosi warnt er: "Morgen wird hart. Immerhin zeigt das Qualifying, dass das Auto gut läuft, aber die Saison ist lang. Es wird das ganze Jahr lang eng bleiben."
Ferrari-Teamchef Mattia Binotto

Fest steht aber schon jetzt: Dass Ferrari sich schon früh im vergangenen Jahr voll auf die Entwicklung des neuen Autos konzentriert hat, zahlt sich aus. Nach zwei Jahren des Leidens ist man zurück im Kampf um den Sieg. Vergangen die Zeiten, als der Ferrari-Antrieb nach dem Deal mit der FIA Anfang 2020 zur Luftpumpe degradiert wurde und erst Ende vergangenen Jahres wieder zu alter Stärke zurück fand. Allein: Statt Sebastian Vettel, der 2020 dem lahmenden Ackergaul die Sporen geben musste, profitiert jetzt sein Nachfolger Carlos Sainz neben Heilsbringer Leclerc von der Ferrari-Wiederauferstehung, die schon bei den Tests ihren Anfang nahm.
Doch eine Pole-Position macht noch keinen WM-Titel. Auch Binotto weiß, dass Weltmeister Max Verstappen am Samstag kein perfektes Qualifying gelungen ist, Leclerc hingegen schon. "Wir haben das Maximum aus unserem Potenzial herausgeholt", gibt der Teamchef zu. Nicht so Verstappen: "Max hat in der Zielkurve einen kleinen Schnitzer drin gehabt, das hat die entscheidende Zeit gekostet", verrät Red-Bull-Teamchef Christian Horner.
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Der Niederländer ist mit nur 0,123 Sekunden Rückstand trotzdem zufrieden: "Es ist das erste Rennen und wir sind konkurrenzfähig. Das ist ein guter Start in die neue Ära", bilanziert Verstappen, der trotz der Rutscher in Q3 im Rennen auf Sieg fahren will.
Was auffällt: Bei Red Bull scheint die Freude über den (momentanen) Rückstand von Erzfeind Mercedes größer zu sein als die Sorge angesichts der wunderbaren Renaissance von Ferrari.
Max Verstappen

Dass das Duell um den Sieg am Sonntag wohl roter Bulle gegen rote Göttin lautet, überrascht Horner jedenfalls nicht: "Ferrari war aber schon den ganzen Winter über stark. Sie haben mit einem neuen Motor und dem Benzin (Shell; d. Red.) einen guten Job gemacht, das sieht man auch an Haas und Alfa Romeo." Die Ferrari-Kundenteams überraschen im Qualifying positiv, mit den Plätzen sieben für Kevin Magnussen (Haas) und sechs für Valtteri Bottas (Alfa Romeo).
Für den ganz großen Wurf sollen am Sonntag aber die Werks-Ferrari sorgen: Carlos Sainz Jr. rundet das bärenstarke Ergebnis für den Rennstall aus Maranello mit Startplatz drei ab. Doch Pole-Sitter Leclerc will sich nicht zu früh freuen: "Die letzten zwei Jahre waren teilweise schwer für uns. Heute waren wir eigentlich sicher, dass Red Bull schneller sein wird. Ich bleibe deshalb vorsichtig." Nach zwei Jahren voller Tiefschläge traut der Monegasse dem Frieden noch nicht. Kein Wunder bei einem amtierenden Weltmeister als Gegner in Startreihe eins.

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Von

Frederik Hackbarth