Nach den Mix-Bedingungen am Vormittag wird die Formel 1 auch im zweiten Training am Freitag in Monza teilweise von Wetterkapriolen eingeholt. Das Ergebnis ist aber das gleiche wie in Session eins: Charles Leclerc ist im Ferrari der schnellste Mann am ersten Tag des Scuderia-Heimspiels beim Italien GP.
Mit einer Zeit von 1:20,978 Minuten auf weichen Reifen stellt Leclerc schon früh im Training die Bestmarke auf.
Alle Zeiten und Zahlen hier: Ergebnisse im Überblick
Weil anschließend wieder leichter Regen einsetzt, sind Zeitverbesserungen an der Spitze schwer. Nur Lewis Hamilton im Silberpfeil schafft es später in der Sitzung, auf dann schon abtrocknendem Asphalt, auf 0,068 Sekunden an Leclercs Zeit ranzukommen. Dabei hat der Brite aber auch Hilfe in Form von Windschatten von Teamkollege Valtteri Bottas: Mercedes übt bereits das Windschattenziehen fürs Qualifying.
"Ferrari ist wie erwartet schnell auf den Geraden, aber unsere Rennpace fühlte sich stark an", erklärt Hamilton nach dem Training. "Wir scheinen auf einer Runde ein bisschen näher dran zu sein als am vergangenen Wochenende in Spa - es war also ein guter Auftakt ins Wochenende", findet der Brite.
Ferrari
Charles Leclerc war auch in Session zwei Schnellster
Ob die Pace im Qualifying am Samstag, an dem besseres Wetter erwartet wird, allerdings gegen Ferraris Übermacht auf den langen Geraden reicht, ist fraglich. Besser stehen die Chancen der Silberpfeile fürs Rennen - nicht nur wegen der Longruns, auch wegen des Wetters. Der Ferrari-Kommandostand weiß beim Funkspruch an Leclerc während einer Regenphase ebenfalls: „Die Bedingungen könnten am Sonntag ähnlich sein, deswegen lohnt es sich jetzt zu fahren.“
Das Problem für Ferrari erklärt Sky-Experte Anthony Davidson: „Wenn es regnet, schlägt das Pendel eher zu Mercedes' Vorteil aus, weil sie grundsätzlich mehr Downforce haben. Damit können sie dann unter anderem die Reifen leichter zum Arbeiten bringen“, sagt der Ex-F1-Fahrer.
Dass die Scuderia im Trockenen schnell ist, beweist am Freitag auch Sebastian Vettel, der sich als Dritter zwar 0,201 Sekunden hinter Leclerc einordnen muss - aber auch anderthalb Zehntel vor dem Vierten Valtteri Bottas. Dessen Zeit zeigt in etwa, wo der Mercedes ohne Windschatten-Vorteil, wie bei Hamiltons Zeit, über eine schnelle Runde im Quervergleich steht.
Auch noch gut bei der Musik: Max Verstappen, der im Red Bull direkt vor Teamkollege Alex Albon Fünfter wird. Verstappen muss wegen Motorwechsel das Rennen allerdings von hinten aufnehmen, hat mit dem Kampf um den Sieg deshalb wohl nichts zu tun.
Der Deutsche Nico Hülkenberg beendet den ersten Tag im Autododromo Nazionale di Monza als Elfter im Renault.