Motorsport trauert um Anthoine Hubert

Formel 1: Leclerc löst Sieg-Versprechen ein

Trauernder Leclerc gewinnt erneut

Charles Leclercs Permierensieg in Spa steht ganz im Zeichen des Todes von Formel-2-Pilot Anthoine Hubert. Für den Ferrari-Star ist es nicht die erste schwere Stunde.
Diese Leistung von Chalres Leclerc ist gar nicht hoch genug zu bewerten. Nicht, weil der Sieg in Spa sein erster in der Formel 1 ist. Nicht, weil er dabei die versammelte Weltelite dominiert. Sondern vor allem, weil er nach dem Tod seines Freundes Anthoine Hubert am Vortag im Formel-2-Rennen trotzdem eiskalt abliefert. ABMS-Experte Marc Surer urteilt: "Leclerc ist psychisch extrem stark. Das sieht man in solchen Situationen genau wie in Duellen auf der Rennstrecke."
Dass das so ist, hat auch mit Leclercs Lebensweg zu tun, der gepflastert ist von Tragödien. Die Trauer war in den letzten Jahren ein ständiger Begleiter des Monegassen. 2015 erliegt sein Patenonkel und Vorbild Jules Bianchi den Spätfolgen seines Unfalls beim Japan GP 2014. 2017 stirbt Leclercs Vater Hervé im Alter von nur 54 Jahren nach langer Krankheit. An diesem Wochenende in Spa ist es nun sein Jugendfreund Hubert.
Auffallend: Auch schon nach dem Tod seines Vaters gewinnt Leclerc das darauffolgende Rennen der Formel 2 in Baku. Er wandelt die Trauer in Kraft um – für die Verstorbenen. "Ich war sehr froh darüber, heute zu siegen, um so auf angemessene Weise an Anthoine erinnern zu können", sagte Leclerc am Sonntag in Spa.

Leclerc umarmt Gasly: beide waren Huberts Freunde

Doch wie blendet er den Schmerz im Cockpit einfach aus? Kurz vor dem Rennen lag sich Leclerc noch mit der Mutter des Verunglückten Hubert bei der Schweigeminute in den Armen. "Das war sehr emotional. Aber wenn man dann ins Auto steigt, muss man alle Emotionen beiseite legen und sich auf den Job konzentrieren. So war das vor zwei Jahren mit meinem Vater auch schon. Klar, sobald man dann die Ziellinie überquert, holt es einen natürlich ein und all die Emotionen kommen zurück."
Wie Leclerc steht auch die restliche junge französischsprachige Garde der Formel 1 unter Schock: "Ich habe letzte Nacht noch mit Pierre (Gasly; d. Red.) gesprochen, wir können es beide nicht glauben. Wir haben 2005 alle zusammen angefangen: Esteban (Ocon; d. Red.), Anthoine, Pierre und ich", blickt Leclerc zurück.
Toro-Rosso-Pilot Gasly verrät indes: "Ich habe Charles vor dem Rennen gesagt: 'Bitte gewinne dieses Rennen für Anthoine'." Der Franzose ist emotional schwer angeschlagen: "Niemand von uns versteht wirklich, was gestern passiert ist. Im Alter von 22 oder 23 Jahren bist du nicht bereit für so einen Moment, einen deiner besten Freunde zu verlieren", sagt Gasly.
"Ich bin mit dem Kerl aufgewachsen. Seit ich sieben war, sind wir gegeneinander Kart gefahren." Für sechs Jahre teilten sich Gasly und Hubert sogar ein Zimmer. "Wir waren Schulkameraden, hatten die gleichen Lehrer. Ich bin geschockt, kann einfach nicht glauben, wie schnell es gehen kann."
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I can't believe it. Rest in peace.

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Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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