Formel 1: erster Test in Barcelona 2020

Formel 1: Lenksystem DAS erst 2021 illegal

Mercedes ein Jahr mit Vorteil?

Das innovative Lenksystem DAS von Mercedes wirft weiter Fragen auf. Die Silberpfeile glauben an die Legalität und haben grünes Licht von der FIA – aber nur für 2020.
Mit der Einführung des DAS (Dual Axis Steering; d. Red.) ist Mercedes bei den Wintertests ein echter Technik-Coup gelungen! Durch manuelles Einrücken der Vorderräder und der damit verbundenen Spuränderung (die Technikerklärung hier im Detail) kann Mercedes die Reifentemperaturen ersten Vermutungen zufolge besser managen - im Vorjahr noch eine der (wenigen) Achillesfersen des Silberpfeils.
Die Konkurrenz ist überrascht und zweifelt, ob DAS regelkonform ist. Haas-Teamchef Günther Steiner unkt: "Ich weiß gar nicht, wie viele Whatsapp-Nachrichten mit Videos zu diesem Ding ich bekommen habe. Wenn man es sich ansieht, dann stimmt da was nicht. Aber es ist ein Mercedes, also wird es schon passen."
Sieht offenbar auch die FIA so, mit der Mercedes laut eigener Aussage seit geraumer Zeit in Austausch über die Innovation steht. Die Silberpfeile selbst sind von der Legalität ihres Systems überzeugt und haben dafür auch grünes Licht vom Weltverband. Möglich macht es eine Grauzone in der Interpretation, ob DAS nun schon Teil der Aufhängung ist (verboten) - oder noch Teil der Lenkung (erlaubt).
Was Sebastian Vettel zum DAS sagt: HIER

DAS ist ein Clou: Mercedes' Lenkung steht im Fokus

Auch bei den Regeln zur Lenkung hat Mercedes eine Lücke genutzt. Denn nicht erlaubt ist laut Artikel 10.4.1 lediglich ein Lenksystem, "das eine Neuausrichtung von mehr als zwei Rädern erlaubt". Weil Mercedes aber nur die Vorderräder justiert und dies außerdem manuell geschieht, also ohne Hilfe der Servolenkung, ist das System offenbar regelkonform.
Von Reifenhersteller Pirelli gibt es bis dato keine Bedenken - aber auch keine Hilfe bei der Auflösung des Rätsels. So berichtet Pirelli-Rennchef Mario Isola, dass seine Techniker in den Daten keine veränderte Belastung der Reifen feststellen konnten.
Für die Konkurrenz gibt es aber noch ein viel größeres Problem: Nachbauen ist fast ausgeschlossen! Denn die FIA hat auf die DAS-Einführung für die Zukunft bereits reagiert und das System im neuen Regelwerk für 2021 verboten. Pikant: Geschehen ist diese Änderung bereits vergangenen Oktober. Heißt im Umkehrschluss: Die FIA hat zu diesem Zeitpunkt bereits von Mercedes' Plänen gewusst.
Daraus lässt sich auch schlussfolgern, wie lange die Silberpfeile bereits an ihrem Coup gefeilt und entwickelt haben. Für die Konkurrenz ist es damit praktisch unmöglich, DAS selbst ans Auto zu bringen. Die Entwicklung und Umrüstung würde viel Geld verschlingen und Monate dauern: Haas-Teamchef Steiner spricht von mindestens einem halben Jahr.
Sieht ganz so aus, als könnte Mercedes 2020 exklusiv von seiner Innovation profitieren. DAS ist im großen Wettrüsten der F1-Teams tatsächlich eine Seltenheit.

Formel 1: erster Test in Barcelona 2020


Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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