Die schlechtesten Formel-1-Fahrer aller Zeiten

Formel 1: Louis Chiron

Der älteste Formel-1-Fahrer aller Zeiten

Louis Chiron war einer der Initiatoren des Monaco GP. Bis ins hohe Alter fuhr er selbst noch Formel-1-Rennen. Rückblick auf eine unfassbare Karriere.
Monaco hat wieder einen Formel-1-Piloten: Charles Leclerc. Aber er ist 35 Jahre von einem unfassbaren Rekord entfernt: Louis Chiron, bisher Monacos erfolgreichster Formel-1-Fahrer, ist der älteste Formel-1-Pilot aller Zeiten. 55 Jahre, neun Monate und 19 Tage war er alt, als er sich beim Monaco-GP 1955 im Lancia in die Hatz durch den Leitplanken-Kanal stürzte – und als Sechster sogar das Ziel erreichte.
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Als „alten Fuchs“ betitelten ihn seine Konkurrenten, aber auch die Journalisten und Fans seiner Zeit. Logisch, seine ersten Grand-Prix-Rennen waren da schon 30 Jahre her. Sein erster Rücktritt auch schon fast 20 Jahre. Eigentlich hing er den Helm schon 1938 an den Nagel, aber er konnte es einfach nicht lassen.
Nur mal zum Vergleich: Um Chirons Altersrekord zu brechen, müsste zum Beispiel Mika Häkkinen 2024 noch einmal ins Cockpit zurückkehren – 23 Jahre nach seinem Rücktritt aus der Formel 1. Sebastian Vettel müsste noch bis in die Saison 2043 fahren, Max Verstappen sogar bis 2053. Und selbst der aktuelle Formel-1-Oldie, Kimi Räikkönen, läge 17 Jahre nach seinem Debüt erst bei genau der Hälfte seiner Karriere.

Dem Konkurrenten die Frau ausgespannt

Louis Chiron ist aber viel mehr als nur der älteste F1-Pilot aller Zeiten. Er war auch einer der besten. Respekt bekam er sogar von seinen Konkurrenten – und das ist in diesem knallharten Wettbewerbs-Sport extrem selten. Luigi Fagioli zum Beispiel sagte einmal: „Er hatte einen Fahrstil, den ich bewundert habe. Der Mann konnte einen Powerslide hinlegen, der halsbrecherisch wirkte.“

Louis Chiron ist der älteste Formel-1-Fahrer aller Zeiten

Chiron gewann mehrere Grands Prix. Den ersten 1928 in Italien für Bugatti – einem der vielen Mörder-Rennen von damals. Emilio Materassi flog damals mit seinem Talbot-Eigenbau von der Strecke und riss 21 Zuschauer mit in den Tod. Oder den Monaco-GP 1931, in den er nur von Rang elf gestartet war. Damals entschied das Los über den Platz in der Startaufstellung, ein Qualifying gab es noch nicht. Und doch hatte Chiron am Ende vier Runden Vorsprung auf den Zweiten – Luigi Fagioli. Vielleicht wird jetzt klar, wieso Chiron von Fahrern wie ihm mit Lob überhäuft wurde.
Im Fahrerlager war er beliebt. Vor allem bei den Frauen. Seine Herkunft: eine reiche Winzer- und Hoteliersfamilie in Monaco. Chiron war nicht nur mit Geld gesegnet, sondern auch mit Charme und gutem Aussehen. Sein erstes Geld verdiente er sich als Tanzpartner reicher Frauen. Aber der Erfolg zerrte an der Bodenständigkeit: Mit einfachen Hotels gab sich Chiron nicht mehr zufrieden, er genoss den Reichtum. Und er genoss es, von Frauen umworben zu werden.
In den 30er Jahren musste ein Monaco-GP mit Verspätung gestartet werden: Chiron war mit einer Frau und einem Motorboot kurz vor dem Rennen aufs offene Meer verschwunden. Doch ein Start ohne den Lokalmatador – undenkbar. Vor allem, weil er 1929 einer der Mitbegründer des heute legendären Grands Prix war. Auch die Rallye Monte Carlo richtete er danach jahrelang aus.
Noch eine Frauen-Anekdote: Mit dem deutschen Vorkriegs-Helden Rudolf Caracciola verband ihn eine echte Freundschaft. 1933 führten beide zusammen sogar einen GP-Rennstall. Doch dann spannte Chiron dem Deutschen die schöne Alice Hoffmann aus.
Seinen letzten Sieg feierte er beim Frankreich-GP 1949 mit 50 Jahren. 1958 wollte er mit einem privaten Maserati 250F noch einmal starten, konnte sich aber nicht mehr qualifizieren.
Louis Chiron – ist ein Synonym für Leistung und Schnelligkeit. Nicht umsonst hat Bugatti den neuen Supersportler mit acht Litern Hubraum, sechs Zylindern und 1500 PS Bugatti Chiron getauft. Am 22. Juni 1979 starb Chiron rund vier Wochen vor seinem 80.Geburtstag.

Die schlechtesten Formel-1-Fahrer aller Zeiten

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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