In der Königsklasse überschlagen sich die Ereignisse: Einen Tag nachdem die Grand-Prix-Fahrer in einem offenen Brief die Entscheidungsstrukturen der Formel 1 anprangerten, folgt der nächste Hammer: Die eigentlich schon einstimmig beschlossene Abschaffung des neuen Qualifikations-Modus ist gescheitert! Wie AUTO BILD MOTORSPORT erfuhr, konnten sich die Teamchefs bei der Abstimmung in der Formel-1-Kommission nicht mit F1-Zampano Bernie Ecclestone und FIA-Chef Jean Todt einigen.
Kolumne - Fahrerlagerfunk: Meuterei auf der Ecclestone
Formel 1
Schalten auf stur: Die Teams wollten alles ändern, dürfen nur ein bisschen, und ändern daher gar nichts
Die beiden alternden Machthaber boten den Teams nur eine Änderung des viel kritisierten Q3 an, in den ersten beiden Qualifying-Abschnitten sollte auch in Zukunft 'Reise nach Jerusalem' gespielt werden. Mehrere Teamvertreter, unter anderem von Red Bull und McLaren, lehnten das jedoch strikt ab und votierten aus Protest folglich mit Nein gegen die Abschaffung des neuen Quali-Formats. Sie wollten zurück zum alten Modus, um sich dann in Ruhe Gedanken über einen neuen zu machen.Die Rennställe blockieren damit das weiterte Prozedere und wollen Ecclestone und Todt mit diesem Schritt unter Druck setzen. Der Formel-1-Boss und FIA-Präsident versuchen indes, einmal mehr ihre Machtposition zu demonstrieren und weichen nicht von ihrem Standpunkt ab, lediglich Q3 zu ändern. Auch, weil sie verhindern wollen, dass ihre Idee der 'Reise nach Jerusalem' als peinliche Blamage in die F1-Annalen eingeht.
Qualifying disqualifiziert: Alle Formate in der Übersicht
Horner & Ecclestone
Bernie Ecclestone (r.) gerät zunehmend in die Kritik
Ecclestone spielt die gescheiterte Abschaffung im Anschluss an das Treffen herunter: "Wir wollten nicht vorschnell handeln, deswegen bleibt der Modus zumindest für das nächste Rennen in Bahrain unverändert. Danach können wir immer noch sehen, was Sinn macht", so der 85-Jährige. Ganz anders die Reaktionen aus dem Lager der Teams. Ein Teamchef, der namentlich nicht genannt werden will, kommentiert gegenüber ABMS: "Schlimm!" Ein anderer: "Jetzt müssen wir in Bahrain eben weiter Zeter und Mordio schreien!" Sicher ist derzeit nur eins: Das Chaos bleibt der Formel 1 nicht nur im Qualifying erhalten.