Die Wasserträger müpfen auf in der Formel 1. WM-Leader nach zwei Grands Prix ist nicht Lewis Hamilton, sondern Valtteri Bottas. Und Charles Leclerc ist derzeit vor Sebastian Vettel Vierter.
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Vor allem bei Ferrari ist Zündstoff im Duell. Teamchef Mattia Binotto gab Vettel vor der Saison zwar Rückendeckung, doch in beiden Rennen musste Ferrari bereits eine Stallorder aussprechen. In Australien durfte Leclerc kurz vor Rennende Vettel im Kampf um Rang vier nicht mehr angreifen.
Und jetzt kam heraus: Leclerc hätte auch in Bahrain Vettel nicht überholen dürfen. Doch der Monegasse pfiff auf die Teamanweisung!
Leclerc hat Teamorder missachtet
Charles Leclerc
Zur Erinnerung: Von der Pole-Position gestartet fiel Leclerc zunächst auf Rang drei zurück. Mit Hamilton machte der 21-Jährige allerdings schnell kurzen Prozess. Dann klebte er hinter dem führenden Vettel. In Runde vier funkte er an den Kommandostand: „Ich bin schneller Jungs.“ Die Antwort fiel so aus: „Bleib da (auf der Position) für zwei Runden. Bleib da für zwei Runden.“
Trotz doppeltem Befehl überholte Leclerc Vettel auf der nächsten Geraden.
„Mir wurde mitgeteilt, dass ich zwei Runden dahinter bleiben soll, aber auf der nächsten Geraden hatte ich die Chance ihn zu überholen, also habe ich das gemacht und es war ein erfolgreiches Manöver“, so Leclerc hinterher. Und:  „Es ist immer eine knifflige Situation, wenn du gegen deinen Teamkollegen kämpfst, weil die Risiken sehr hoch sind. Aber ich hatte die Gelegenheit in Runde fünf und ich habe nicht gezögert, diese am Schopfe zu packen. Ich war glücklich, weil es gleich beim ersten Versuch klappte.“
Vettel selbst kennt sich aus mit missachteten Teamanweisungen. Die berühmte Teamorder „Multi 21“ beim Malaysia-GP 2013 sollte ihn anweisen, hinter seinem damaligen Red-Bull-Stallgefährten Mark Webber zu bleiben. Doch Vettel überholte Webber und raste so zum Sieg.
Die Geschehnisse in Bahrain werden aus dem Ferrari-Duell zum 1000. WM-Lauf in knapp zwei Wochen in China jedenfalls kaum Brisanz rausgenommen haben.