McLaren hat viel vor. Nach WM-Platz vier im Vorjahr will man in der ersten Saison der neuen Groundeffect-Autos regelmäßig in den Kampf um Siege eingreifen.
Das Arbeitsgerät von Daniel Ricciardo und Lando Norris wurde heute am Firmensitz in Woking präsentiert.
Die gute Nachricht: Anders als Red Bull hat das britische Traditionsteam nicht nur ein Showcar gezeigt. Im Gegenteil: Der McLaren MCL36 ist das ausgereifteste aller bisher präsentierten neuen Autos.
Auffällig neben der peppigen orange-blauen Lackierung: ein schlankes Heck, das eher dem Haas-Konzept folgt als dem des breiten und unterschnittenen Hinterteils vom Aston Martin. McLaren hat die Kühlaggregate für den Mercedes-Motor im oberen Teil der Motorhaube versteckt, die aus der Vogelperspektive eine rechteckige Form aufweist.
Der neue McLaren MCL36.

Die Kühleinlässe sind länglicher als beim Aston Martin und doch fügen sie sich natürlicher in die Seitenkästen als beim Vettel-Renner. Der Heckflügel steht auf nur einer Stelze statt wie alle anderen bisher vorgestellten Autos auf zweien.
„Wir sind bereit“, sagt der deutsche Teamchef Andreas Seidl. „Wir gehen ehrgeizig und hungrig in die Saison, wollen die Top-Teams jagen und mehr Pokale mitnehmen als 2021.“ Da steht immerhin ein Sieg von Daniel Ricciardo in Monza zu Buche.
Der Australier geht in seine zweite Saison mit McLaren. „Wir werden lernen müssen, wie wir mit dem Auto umgehen, damit es happy ist“, sagt er in seiner typisch lockeren Art über die neuen Groundeffect-Autos, die ihren Abtrieb über den Unterboden generieren. Ricciardos persönliches Ziel: „Ich will konstanter auf einem hohen Level fahren als 2021.“
Für Teamkollege Lando Norris, dessen Vertrag gerade erst bis 2025 verlängert wurde, ist die Optik zunächst noch wichtiger als das Fahrgefühl. „Das Auto knallt viel mehr als letztes Jahr“, freut er sich und hat Recht.
Der McLaren MCL36 – er könnte ein echter Herausforderer im Kampf um Siege werden.

Von

Bianca Garloff