Für Stoffel Vandoorne war der Große Preis von China schon nach Runde 17 beendet: Probleme mit der Benzinversorgung. Fernando Alonso musste im zweiten McLaren-Honda 16 Umläufe später die Segel streichen – defekte Kraftübertragung. McLaren steht mit dem unzuverlässigen Honda-Motor derzeit auf verlorenem Posten da.
Doch wie kommt McLaren aus der Misere? Die Motoren von 2016 verwenden? Frühzeitiger Wechsel auf Mercedes-Kundenmotoren? Oder, wie die neuesten Gerüchte besagen: Entwicklung eines eigenen Motors? Zwei Anhaltspunkte dafür gibt es: Wie von ABMS exklusiv berichtet, arbeitet der Schweizer Motorenpapst Mario Illien inzwischen als Berater für McLaren. Und beim Formel-1-Motorenmeeting für die neuen Triebwerke ab 2021 saß Illien in Vertretung für seine eigene Motorschmiede Ilmor am Verhandlungstisch.
Zwei Motorschäden an zwei Tagen
Zak Brown ist der neue McLaren-Chef
Für die Straßenmodelle baut McLaren bereits eigene Motoren, meistens aber in Zusammenarbeit mit anderen Herstellern wie aktuell BMW. Der neue McLaren-Boss Zak Brown dementiert allerdings die Gerüchte um einen eigenen Formel-1-Antriebsstrang: „Die Automobilsparte von McLaren ist ein anderer Geschäftszweig. Wir sind kein Motorhersteller, sondern ein Rennteam und ein Autokonstrukteur. Was wir in zehn Jahren können, wissen wir nicht, aber derzeit ist das kein relevantes Thema für uns.“
Browns Vorgänger Ron Dennis hat immer gesagt: Mit Kundenmotoren ist keine Weltmeisterschaft zu gewinnen. Zu komplex sei mit den aktuellen 1,6-Liter-V6-Turbo-Hybrids der Einbau in das Chassis. Das Zusammenspiel aus Auto und Motor muss perfekt passen. Brown widerspricht dem nur teilweise: „Es ist möglich mit einem Kundenmotor Rennen zu gewinnen“, so der US-Amerikaner. „Um am Ende zu dominieren, was natürlich unser Ziel ist, muss man Werksteam sein. Die Entscheidung für Honda war also absolut richtig.“ McLaren versuche daher mit Honda aus der Krise zu kommen. Auch mit der Hilfe von Illien.