Formel 1: Mehr Unfälle, mehr Überholen
Kommt parallele Startaufstellung?

Liberty Media versucht die Formel 1 auch mit kleinen Fingerübungen spannender zu machen. Simulationen ergaben: Eine parallele Startaufstellung bringt Spannung rein.
- Michael Zeitler
Eigentlich kann sich die Formel 1 nicht über mangelnde Action beklagen: 686 Überholmanöver wurden 2018 gezählt – das sind 251 mehr als noch 2017!
Aber: Dem Formel-1-Besitzer Liberty Media ist das nicht genug. Sie sind aus Amerika ganz andere Zahlen gewöhnt. In der NASCAR überholte allein Ricky Stenhouse jr. 2018 insgesamt 3090 Mal! Das ist mehr als die Formel 1 zusammengerechnet in fünf Jahren produziert...
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Dazu kommt: Bei Erhebungsbeginn der Überholstatistik 1981 gab es pro Rennen 40 Manöver. Das sind rund sieben mehr als 2018. Hört sich wenig an, aber bei den im Schnitt 33 Überholvorgängen 2018 sind auch die dabei, die durch die Überholhilfe DRS ohne richtigem Rad-an-Rad-Duell vonstatten gingen. Und daher für Fans nicht immer als echte Manöver anerkannt werden.

Pat Symonds soll die Formel 1 wieder spannender machen
Es geht vor allem darum, die Ergebnisse beim Bau neuer Strecken einfließen zu lassen – so auch beim neuen Kurs in Vietnam, der 2020 in den Kalender aufgenommen wird. Die 5,656 Kilometer lange Piste mit 22 Kurven und einer 1,5 Kilometer langen Gerade wurde auf Basis dieser Erkenntnisse designt. Symonds: „Die Rechner brauchen für eine Runde zwar mehrere Stunden, aber wir schaffen es, ein vernünftiges Modell der Luftturbulenzen, die ein Auto verursacht, abzubilden. Es berücksichtigt die Aerodynamik der Fahrzeugoberfläche, aber auch die Eigenschaften der Reifen.“
Doch auch die Startaufstellung ist mit dem Simulations-Werkzeug unter die Lupe genommen worden. Derzeit wird davon wieder Abstand genommen, dass die Formel 1 wie in den 50er und 60er Jahren in Dreier- oder gar Viererreihen startet. Aber die versetzten Zweierreihen stehen auf dem Prüfstand. Derzeit steht der Zweite im Grid acht Meter hinter dem Ersten, der Dritte acht Meter hinter dem Zweiten und so weiter.
Aber was ist, wenn in parallelen Zweierreihen gestartet wird? Symonds Team hat das anhand von 50 Rennen à zwei Runden getestet – mit 19 Computerpiloten und einem echten Fahrer. Das Resultat: Es gab drei Prozent mehr Unfälle, sogar fünf Prozent mehr Überholmanöver, vor allem aber 20% mehr Rad-an-Rad-Duelle!
Noch ist aber unklar, ob, wie und wann die Startformation geändert wird.
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