Jetzt steht auch der Termin für das neue Mercedes-Auto 2021. Der neue Schwarzpfeil kommt am 2. März. Er trägt den sperrigen Namen Mercedes AMG W12 E Performance.
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In einer Pressemitteilung heißt es: „’E Performance’ ist die neue Technologiebezeichnung, die in den Produktnamen und Plaketten aller zukünftigen Mercedes-AMG Hybridfahrzeuge Verwendung finden wird. Der W12 ist unser erstes Formel-1-Auto, das den Begriff ‘E Performance’ im Namen trägt.“
Das Weltmeisterteam ist mit der Präsentation deutlich später dran als die anderen Teams, die bisher das Geburtsdatum ihrer neuen Rennwagen veröffentlicht haben. Den Anfang macht Stand jetzt McLaren am 15. Februar, gefolgt von Alpha Tauri am 18. Februar und Alfa Romeo am 22. Februar. Spaßvögel unken schon, dass Mercedes den Termin so weit nach hinten verlegt hat, weil bis dahin weiterhin mit Weltmeister Lewis Hamilton verhandelt werden muss. Der Champion hat ja noch immer keinen Vertrag, ist also noch immer arbeitslos.
Neue Regeln bremsen Mercedes ein
Allein: Die Präsentation ist noch pünktlich. Erst am 12. März beginnen die Wintertestfahrten in Bahrain. Am 28. März steigt dann am selben Ort der Saisonauftakt.
Viele Experten erwarten, dass Mercedes auch 2021 wieder den Ton angeben wird. Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff gibt gegenüber „Sky“ zu: „Die Basis sollte schon da sein, dass wir weiter gewinnen können.“
Schwarzpfeil wird vom Regelwerk gebremst
Der neue Schwarzpfeil kommt am 2. März
Bild: Mercedes/Twitter
Trotzdem wird die Saison 2021 ist kein Selbstläufer. Honda und Ferrari haben einen komplett neuen Motor auf Kiel gelegt. Die Aerodynamik ist ebenfalls zur Entwicklung freigegeben. Das Chassis, also die mechanischen Komponenten, werden dagegen eingefroren. Genau genommen ist das Chassis in 77 Komponenten unterteilt. 40 davon sind homologiert und dürfen gegenüber 2020 nicht verändert werden. Aus den restlichen 37 Komponenten dürfen Teams eine wichtige oder zwei weniger wichtige verändern. Da sind also nur Detailanpassungen möglich.
Mercedes ohne DAS
Doch auf den zweiten Blick könnte Mercedes durch das neue Reglement eingebremst werden. Denn die neuen Regeln schreiben vier Änderungen vor, durch die der Abtrieb um zehn Prozent verringert werden soll. Die Schlitze am Unterboden verschwinden, die vertikalen Strömungsrichter am Unterboden werden um vier Zentimeter gestutzt, die hintere Bremsbelüftung um vier Zentimeter schmaler.
Doch die größte Änderung wird ein dreieckiger Einschnitt des Unterbodens im Bereich der Hinterradaufhängung. Sie könnte Mercedes schwerer treffen als den Kontrahenten Red Bull. Wolff erklärt: „Mit einem weniger angestellten Auto hat dieses Rausschneiden des Unterbodens einen größeren Impact als für Autos, die mit viel Anstellwinkel fahren.“ Mercedes ist im Heck seit jeher wenig angestellt, Red Bull traditionell sehr stark.
Darüber hinaus muss Mercedes auch das DAS-System ausbauen (Dual Axies Steering). Mit dem DAS konnten die Fahrer durch Ziehen und Drücken am Lenkrad die Spur der Räder verstellen und somit die Reifen besser auf Temperatur bringen. Doch 2021 ist das System verboten. Es entspricht nicht dem Geist des Reglements.
Mercedes darf weniger entwickeln als die anderen
Auch bei der Aerodynamik sind Mercedes die Hände gebunden. Seit 2021 gilt ein Entwicklungs-Handicap. Je besser ein Team in der Konstrukteurs-WM, desto weniger Windkanalzeit bekommt es. Mercedes hat 2021 nur 360 Windkanalstunden, Williams dagegen 450, also 90 mehr. Weil die meisten Teams den Fokus aber auf 2022 legen, wenn komplett neue Autos kommen, könnte sich dieser Nachteil für Mercedes auch erst 2022 auswirken.
Eine weitere Änderung trifft das Weltmeisterteam ebenfalls hart: 2021 dürfen die Mannschaften nur 145 Millionen Euro ausgeben. Das gilt zwar für alle Teams, aber weil Ferrari und Mercedes mit einem Budget von über 400 Millionen Euro bisher am meisten Geld ausgegeben haben, müssen sie auch am meisten sparen. Das heißt auch: Prozesse und Arbeitsabläufe müssen verschlankt werden.
Rein optisch soll der Mercedes AMG W12 E Performance wie schon sein Vorgänger wieder schwarz lackiert werden. Damit will Mercedes ein Zeichen gegen Rassismus setzen. In der Formel E dagegen sind die Autos wieder silber.
Formel-1-Präsentationen 2021
15. Februar McLaren
18. Februar Alpha Tauri
22. Februar Alfa Romeo
2. März Mercedes