Jetzt ist richtig Druck auf dem Kessel bei Mercedes: Von Silberpfeil-Boss Toto Wolff gibt es nach dem schwachen Qualifying seines Teams beim Saudi-Arabien GP eine klare Ansage: "Realistisch betrachtet kannst du acht bis neun Zehntel Rückstand nicht einfach von einer auf die andere Woche umdrehen, das ist völlig klar. Aber ich weiß, dass wir es drehen können und drehen werden, weil wir es schlichtweg müssen. Diese Performance ist nicht akzeptabel."
Wolff in Rage: "Wir können das Potenzial des Autos im Moment nicht ausschöpfen. Aber wir haben zwei der besten Fahrer in unserem Auto sitzen und ich werde es nicht zulassen, dass wir mit einer Sekunde Rückstand im Niemandsland herumfahren. Es ist auch nicht das erste Mal, dass mir das passiert", sagt der Wiener.
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Bei Wolff werden Erinnerungen wach an die Zeit vor Mercedes' jahrelanger Dominanz: "Wir hatten einen wirklich starken Lauf von acht Jahren, wo wir das Feld die meiste Zeit angeführt haben. Jetzt fühlt es sich ein bisschen wie 2013 an, als wir nicht den Speed von Red Bull und Ferrari hatten, aber wir haben gekämpft. So fühle ich mich auch im Moment: Wir müssen kämpfen, denn es ist absolut inakzeptabel, wo wir von der Performance her stehen und es ist einfach keine Option, da zu bleiben, wo wir grade sind."
Toto Wolff weiß: So kann es bei Mercedes nicht weitergehen

Grund für die Brandrede des Mercedes-Chefs ist Lewis Hamiltons blamables Abschneiden im Jeddah-Qualifying: Der siebenfache Weltmeister scheidet am Samstag als 16. bereits in Q1 aus: Das erste Mal seit seinem Quali-Crash beim eher bedeutungslosen Brasilien GP 2017, als er bereits frischgebackener Champion war. Für ein rein sportliches Aus des Rekordweltmeisters im ersten Quali-Segment, das nicht auf einen Crash oder technische Gebrechen zurückzuführen ist, muss man sogar bis zum Großbritannien GP 2009 zurückgehen.
Während die nackten Zahlen Mercedes' Misere mit dem neuen W13 eindrucksvoll verdeutlichen, ist Hamilton selbst nach dem Qualifying einfach nur ratlos. "Ich habe das Auto heute nicht unter mir gespürt. Im Training war es noch okay, im Qualifying aber unfahrbar. So schlimm wie heute war es noch nie", hadert der Brite.
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Noch alarmierender: "Es ist ein Wunder, dass ich keiner der Fahrer war, die in der Wand gelandet sind", sagt Hamilton mit Blick auf seinen Kampf mit dem Silberpfeil: "Ich hatte große Probleme mit der Balance des Autos, es war sehr nervös und instabil, ich habe immer wieder das Heck verloren."
Unfassbar: Lewis Hamilton scheidet in Jeddah schon in Q1 aus
Hamilton vermutet: "Wir haben heute einfach den falschen Weg mit dem Setup gewählt. Das war meine Entscheidung, ich habe ein paar Dinge geändert und bin dabei vielleicht zu weit gegangen." Das zeigt sich auch an der Lücke zu Stallgefährte George Russell: Dieser ist im ersten Quali-Segment immerhin sechseinhalb Zehntel schneller als Hamilton, qualifiziert sich schlussendlich als Sechster.
"Wenn das andere Auto so schnell ist, ist es natürlich enttäuschend, dass ich nicht mit meinem Teamkollegen mithalten kann", sagt Hamilton und räumt ein: "Ich weiß nicht, was George mit dem Setup gemacht hat."
Auffällig: Von Teamchef Toto Wolff gibt es diesmal keine Rückendeckung, der Österreicher legt viel mehr den Druck auf Hamiltons Crew: "Wir experimentieren mit den Setups, um das Arbeitsfenster des Autos zu finden. Lewis' Seite der Garage war dabei etwas übermütig, sie haben ein Experiment versucht, das ins Auge gegangen ist und wir uns hätten sparen können. Deshalb hatte er keinen Grip im Heck, was auch sein großes Defizit in der Rundenzeit erklärt."
Immerhin: George Russell schafft es noch in Starteihe drei
Insgesamt stellt Wolff fest: "Es ist nicht so, dass wir ein einzelnes Problem am Auto haben, es sind viele Teile, die nicht performen. Das ist nicht, wo wir erwarten, dass das Auto steht. Jetzt kommt der Punkt, wo wir uns zusammenreißen müssen und an dem es an der Zeit ist, aufzuwachen."
Allein: Dass das noch an diesem Wochenende in Jeddah passiert, daran glaubt Hamilton nicht: "Ich habe morgen im Rennen das gleiche Auto wie im Qualifying, deswegen kann ich mir nicht vorstellen, dass es so weit nach vorne geht. Zudem sind wir ziemlich langsam auf den Geraden, es wird also schwer." Der Brite überlegt sogar: "Vielleicht starte ich aus der Boxengasse, um nochmal was ändern zu können. Ich weiß nicht, ob es das wert ist, von da loszufahren, wo ich jetzt stehe."

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Von

Frederik Hackbarth