Höchststrafe für Lewis Hamilton in Runde 42 beim Emilia-Romagna GP in Imola: Der Brite wird auf Platz 14 liegend vom Führenden und späteren Sieger Max Verstappen überrundet. Im letzten Jahr kämpften beide noch bis zur letzten Runde um die WM, 2022 ist Hamilton jedoch meilenweit von der Spitze entfernt.
"Das ist doch eine Netflixszene", kommentiert Teamchef Toto Wolff mit Galgenhumor. "Wenn wir nicht performen, muss ich am Ende des Tages auch die Watschn einstecken, das gehört dazu und ist Teil des Geschäfts." Der Wiener übernimmt die Verantwortung und stellt sich vor sein Team, vor allem aber vor Superstar Hamilton.
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"Ich muss ihn ein Stück weit schützen, denn es ist nicht sein Tief sondern das des Autos", sagt Wolff über den Briten, der den GP der Emilia-Romagna auf dem trostlosen 14. Platz beendet. Der Silberpfeil-Teamchef erklärt: "Wir alle wissen, dass er siebenmaliger Weltmeister ist. Der Typ ist der beste Fahrer der Welt, er hat nur gerade nicht die Maschine unter sich, um das auch umzusetzen."
Hamilton selbst gibt sich nach dem Rennen in Imola schmallippig: "Das war natürlich ein Wochenende zum Vergessen. Ich habe beim Boxenstopp ein paar Plätze verloren und hing danach hinter Gasly. Weil der ebenfalls DRS hatte, war es unmöglich vorbeizukommen", sagt Hamilton und schüttelt den Kopf: "Es ist alles schiefgelaufen, was hätte schieflaufen können. Ich weiß gar nicht, was ich noch groß sagen soll."
Lewis Hamilton landet in Imola klar außerhalb der Punkteränge.

Doch bei allen berechtigten Klagen hat Hamilton ein großes Problem: George Russell. Sein junger Landsmann wird im Imola Vierter und landet damit zehn Plätze vor dem F1-Superstar. Auch in der WM liegt Russell auf Rang vier (49 Punkte), 21 Zähler vor Hamilton (Platz sieben). Die Mercedes-Neuverpflichtung scheint deutlich besser mit dem schwierigen W13 zurechtzukommen als Rekordweltmeister Hamilton.
Ausgerechnet Russell findet für seinen Stallgefährten nach dem Rennen am Sonntag jedoch tröstende Worte: "Ich bin mir sicher, dass Lewis bald stark zurückkommt. Daran gibt es gar keinen Zweifel, er wird mich pushen", sagt der Mercedes-Youngster und fügt an: "Wie er das Team vorantreibt, ist sehr inspirierend."
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Warum er selbst so viel besser mit dem sensiblen Mercedes zurechtkommt, kann sich Russell auch nicht erklären: "Vielleicht haben mir die Probleme bei Williams, wo ich auch sehr schwierige Autos gefahren bin, zu einem gewissen Grat geholfen." Ansonsten spielt der 22-Jährige seine starke Performance in Imola aber runter: "Ich hatte einfach nur einen guten Start, wir haben aber beide unsere Probleme mit dem Auto."
Vor allem das Bouncing kriegt Mercedes weiterhin nicht in den Griff. "Es nimmt dir die Luft weg. Ich hoffe wirklich, wir finden eine Lösung, denn so extrem hat es sich noch nie angefühlt", berichtet Russell seine Eindrücke aus dem Cockpit: "Es ist so stark, dass ich dieses Wochenende erstmals Probleme mit meinem Rücken hatte und sogar Schmerzen in der Brust."
Auch Teamchef Wolff weiß um Mercedes' größte Baustelle: "Wenn wir das Bouncing in den Griff bekommen, würden wir viel mehr Performance im Auto freisetzen können. So grimmig es heute auch aussieht, aber wenn wir es schaffen das Auto einigermaßen gerade auf die Bahn zu stellen, dann fahren wir auch vorne mit", macht der Österreicher seiner Truppe Mut für die kommenden Wochen.

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Von

Frederik Hackbarth