Die Formel 1 hat einen neuen Liebling mit Stern: Nach seiner Monaco-Pole überschlagen sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff und Konzernchef Ola Källenius mit Lob für Kimi Antonelli. Gleichzeitig machen beide deutlich: Der Hype um den 19-Jährigen darf ihm nicht zu Kopf steigen.
Pole Position in Monaco, WM-Spitzenreiter und mittlerweile einer der gefragtesten Piloten im Fahrerlager: Kimi Antonelli sorgt bei Mercedes und in der ganzen Formel 1 für Begeisterung. Nach seinem Qualifying-Coup im Fürstentum zeigt sich vor allem Toto Wolff beeindruckt.
„Das war eine Runde für die Geschichtsbücher“, sagt der Mercedes-Teamchef und verweist auf die ersten Drei der Startaufstellung. „Da waren drei Generationen unterwegs: Hamilton, Verstappen und Kimi. Drei Große.“
Andrea Kimi Antonelli erlebt in der Formel 1 einen kometenhaften Aufstieg.
Bild: Richard Pardon
Besonders imponiert Wolff, wie sein Schützling dem Druck von Max Verstappen standhielt. Gerade einmal 0,043 Sekunden trennten die beiden am Ende. „In der entscheidenden Runde hat er einfach geliefert“, lobt der Wiener.

Källenius erkennt den nächsten Entwicklungsschritt

Auch Mercedes-Chef Ola Källenius ist vor Ort und sieht bei Antonelli derzeit eine bemerkenswerte Entwicklung. „Die Lernkurve ist unglaublich steil“, erklärt der Schwede. „Nach seinem ersten Sieg kam die Erkenntnis: Ich kann das. Ich kann gewinnen. Dadurch wächst das Selbstvertrauen – und genau das sieht man aktuell bei Kimi.“
Fest steht: Mercedes erlebt momentan einen Lauf. Antonelli führt die WM an und der Silberpfeil funktioniert auf den unterschiedlichsten Strecken. Trotzdem bremst Källenius die Erwartungen. „In der Formel 1 kann sich das schnell ändern. Man muss versuchen, möglichst lange auf dieser Welle zu surfen. Aber die Saison ist noch lang.“

Wolff schickt eine Warnung hinterher

Bei aller Euphorie will auch Wolff seinen jungen Star bewusst schützen. „Jetzt müssen wir aufpassen, dass er nicht zu Ikarus wird“, so der Österreicher. „Wir wollen ihn am Boden halten. Er ist sauschnell, sieht gut aus und wahrscheinlich schwärmen 99 Prozent aller Teenage-Mädchen für ihn. Da müssen wir ein bisschen auf ihn aufpassen.“
Gleichzeitig bemüht sich Wolff, Teamkollege George Russell den Rücken zu stärken. Der Brite blieb im Monaco-Qualifying deutlich hinter Antonelli zurück und wurde nur Sechster.
„Wir haben uns bei George beim Set-up vertan“, erklärt Wolff und stellt sich demonstrativ hinter ihn. „George kann's. Ich kann mir keinen besseren Teamkollegen vorstellen. Über die gesamte Saison hinweg wird er noch kommen.“
Fest steht aber jetzt schon: An Mercedes und Kimi Antonelli geht in diesem Jahr kein WM-Weg vorbei.