Mit dem Union Jack auf dem Helm hat sich WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton für sein Heimspiel in Silverstone warmgefahren. Zwar fehlen dem Briten im Freitagstraining als Zweitem knappe 0,069 Sekunden auf die Bestzeit von Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas. Bei den Longruns, die zur Rennsimulation dienen, brät Hamilton der Konkurrenz aber eins über.
Ergebnisse im Überblick: Alle Zeiten und Zahlen hier
"Lewis zeigt fantastische Pace. Er ist in den Longruns fast anderthalb Sekunden vorne. Für mich gibt es keine Frage, wer hier der Favorit ist", sagt Hamiltons ehemaliger Teamkollege und Experte Jenson Button.
Ferrari
Bild mit Symbolcharakter: Ferrari noch neben der Spur
Allein der Wind in der schnellen Streckenpassage Becketts verhindert die Hamilton-Bestzeit am Freitag, gleich zweimal wird der Lokalmatador hier auf einem schnellen Versuch von der Piste geweht (s. Bild oben) - und muss sich deshalb hinter Bottas einreihen, der vor allem den letzten Streckensektor besser hinbekommt. Dafür bringt der Finne am Freitag keinen sauberen Longrun zusammen und muss mit einer defekten Zündkerze vorzeitig stoppen, seine Zeiten sind im Quervergleich deshalb wenig repräsentativ.
Anders als die von Hamilton: Im Schnitt spult der Silberpfeil-Star 1:30,9-er Zeiten ab (über acht Runden) - und das als einziger Top-Pilot auf Medium-Reifen. Zum Vergleich: Die Konkurrenz von Red Bull und Ferrari setzt auf die schnelleren, aber weniger haltbaren weichen Pneus. Max Verstappen erzielt damit 1:32,2-er Zeiten, Charles Leclerc hält im Schnitt bei 1:32,5 (beide über sechs Runden). Nochmal zwei Zehntel langsamer: Sebastian Vettel und Pierre Gasly.
Bei der puren Rundenzeit muss sich der Heppenheimer am Freitag als Vierter einsortieren, zwei Zehntel hinter Ferrari-Stallgefährte Leclerc und mehr als vier Zehntel hinter der Spitze. Gasly und McLaren-Rookie Lando Norris komplettieren die Top-6, Spielberg-Sieger Verstappen kommt nur auf die siebte Position, fährt seine schnellste Runde allerdings auf Medium. Trotzdem klingt der Holländer ernüchtert: "Wir haben viel Arbeit vor uns. Von allen meinen Freitagen dieses Jahr war das der schlechteste."
Renault
Liegengeblieben: Renault-Pilot Daniel Ricciardo
Renault-Pilot Nico Hülkenberg beendet die Session mit anderthalb Sekunden Rückstand als 15. Eine Position davor: Teamkollege Daniel Ricciardo, der mit einem kompletten Leistungsverlust an seinem Auto jedoch eine virtuelle Safety-Car-Phase auslöst und sein Training bereits eine Viertelstunde vor Ablauf der Uhr beenden muss.
An der Spitze können Hamiltons Reifentaktik und Mercedes' eklatanter Pacevorteil indes als Fingerzeig gewertet werden, dass die Silberpfeile am Samstag im Qualifying ganz auf einen Einsatz der weichsten Reifen verzichten und das Rennen lieber mit den länger haltbaren Medium-Gummis in Angriff nehmen. Silverstone gilt allgemein als Strecke mit eher hohem Reifenverschleiß, ein Zwei-Stopp-Rennen wird erwartet.
Nach der Hitze-Schwäche zuletzt in Österreich (alle Infos hier) scheint Mercedes rechtzeitig zum deutlich kühleren Heimspiel seines Superstars wieder in der Spur. Gewinnt Hamilton am Sonntag in Silverstone, wäre es bereits sein sechster Triumph in Großbritannien - was ihn dort zum alleinigen Rekordhalter machen würde.
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Von

Frederik Hackbarth