Die Talfahrt der Silberpfeile geht auch in Imola weiter: Am Samstag verpassen George Russell und Lewis Hamilton im Sprintrennen beide die Top-10. Russell wird Elfter, Rekordweltmeister Hamilton bleibt sogar auf Platz 14 hängen.
 
Für Mercedes-Sportchef Toto Wolff ist damit klar, dass sein Team 2022 erstmals seit neun Jahren nicht um die WM kämpfen kann. "Wir sind im vierten Rennen und heute markiert den Tiefpunkt. Es ist offensichtlich, dass wir nicht mal nahe am Kampf um die Spitze sind. Deswegen ist es unrealistisch, zu sagen, dass wir vorne mit um die WM fahren", so Wolff.
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Mercedes' W13 gibt dem Team weiterhin anscheinend unlösbare Rätsel auf, auch das Bouncing auf den Geraden haben die Silberpfeile nach wie vor nicht im Griff. "Das Auto ist in der Theorie schnell und gut, aber in der Praxis können wir das nicht umsetzen. Wir können es nicht in dem Bereich fahren, in dem wir es brauchen", erklärt der Österreicher. Nach Jahren des Erfolgs müssen sich die Silberpfeile deshalb mit der neuen Realität im Mittelfeld anfreunden.
"Normalerweise würde ich sagen: Man kann es nicht verlernen. Aber die Strecke belehrt uns ja gerade was anderes. Jetzt geht es darum, dass man bescheiden bleibt und zugibt: Wir haben uns vertan." Und das nicht gerade knapp, wie Wolff einräumt: "Wir haben uns echt verfahren. Es ist ja nicht so, dass wir drei Zehntel weg sind - sondern wir sind mit beiden Beinen in den Schlamm gehüpft." Immerhin sei diese neue Erfahrung charakterbildend. Wolff: "Niemand ist unfehlbar. Das sehen wir jetzt gerade."
Lewis Hamilton kommt im Imola-Sprint nicht über P14 hinaus

Die Stimmung im Team ist verständlicherweise gedrückt: "Niemand genießt das hier gerade", sagt der Mercedes-Boss: "Man muss anerkennen, dass es natürlich einen Grad an Frustration gibt." Auch bei Rekordweltmeister Lewis Hamilton. Dass sein Superstar im grauen F1-Mittelfeld die Motivation verlieren könnte, glaubt Wolff aber nicht: "Ich sehe bei ihm keinen Unterschied in der Entschlossenheit und Leidenschaft, die Probleme auszusortieren. Es gibt auch keine Schuldzuweisungen, wenngleich jetzt natürlich Druck im System ist."
Hamilton selbst ärgert sich in Imola über die ein oder andere Expertenmeinung, die seine Lust in der aktuellen Situation infrage stellt: "Solche Kommentare sind lächerlich und Nonsens. Nur, weil wir eine raue Phase haben, habe ich keine Intention aufzugeben. Das liegt nicht in meiner DNA. Wir sind schließlich Champions", sagt Hamilton angefressen.
Auch dem Rekordweltmeister ist nach der Sprint-Schlappe in Imola aber klar: "Das wird ein schmerzhaftes Jahr, es wird uns aber nur noch stärker machen. Natürlich ist es schwer, aber es geht uns allen im Team so, alle spüren den gleichen Schmerz. Wir gehen da gemeinsam durch, gewinnen und verlieren zusammen." Sich außerhalb der Top-10 wiederzufinden, das ist aber auch für Hamilton absolutes Neuland. Der Brite gibt zu: "Wir sind nicht mal in der Nähe davon, wo wir sein wollen."
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Beim Briten weckt der W13 mittlerweile sogar böse Erinnerungen an seinen McLaren MP4-24. "Es gibt ja Leute, die sagen, dass ich nie in meiner Karriere ein schlechtes Auto hatte. Aber das stimmt nicht. 2009 war sehr schlecht und dieses Auto ist nicht weit davon entfernt", verrät Hamilton. "Man muss realistisch sein: Unsere Probleme sind nicht klein. Und die anderen sind teilweise über eine Sekunde vorne. Um jedes Rennen gewinnen zu können, müssten wir also auf die Schnelle anderthalb Sekunden finden. Das wird nicht passieren."
Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht, auch ein Zurückrüsten auf die Basis kommt für Mercedes nicht infrage. Wolff: "Wir glauben, dass das die Entwicklungsrichtung ist, die wir nehmen müssen. Sonst hätten wir es schon vor fünf Monaten anders gemacht. Wir haben also die Richtung - aber wir haben im Moment nicht den Schlüssel."
Bis Mercedes dieses Schloss jedoch geknackt hat, so scheint es in Imola mehr denn je, sind Ferrari-Star Charles Leclerc und Red Bull-Weltmeister Max Verstappen mit dem WM-Pokal längst über alle Berge.

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Von

Frederik Hackbarth