Seit nunmehr zwei Jahren fährt Mercedes den eigenen Ansprüchen hinterher. Das scheint sich auch 2024 nicht so schnell zu ändern. Nach den Plätzen sechs und neun zuletzt in Saudi-Arabien herrschte Ratlosigkeit bei Teamchef Toto Wolff. "Es ist nicht so, dass wir es nicht versuchen, aber in drei schnellen Kurven verlieren wir eine halbe Sekunde", analysierte der Österreicher und räumte ein: "Warum wir das tun, wissen wir nicht. Wir drehen uns da im Kreis."
Das Problem: der manchmal fehlende Anpressdruck. "Das versuchen wir seit zwei Jahren zu verstehen", verriet Wolff. Chefingenieur Andrew Shovlin geht nun weiter ins Detail. "Die Balance war nicht gut", erklärt der Brite, der einst Renningenieur von Michael Schumacher war. "In den sehr schnellen Kurven sind die Mauern nicht besonders weit weg. In den Kurven, in denen der Fahrer viel Vertrauen haben will, haben wir oft übersteuert, wenn er die Reifen zu sehr beansprucht hat."
Mercedes ist nicht so in die Saison gestartet, wie sich Toto Wolff das wünscht.
Bild: LAT / Pirelli
Logisch, dass Lewis Hamilton und George Russell da nicht zaubern können. Shovlin: "Man kann sich leicht vorstellen, wie unruhig das für die Fahrer ist. Im Qualifying hatten wir auch ein wenig mit dem Bouncing zu kämpfen. Im Rennen schien sich das mit mehr Benzin an Bord und weniger Speed zu beruhigen.“

Mercedes: Experimente beim GP Australien

Doch das Hauptproblem hat Toto Wolff beim Namen genannt: die Bodenhaftung. "Wir haben nicht wirklich genug Grip", bestätigt Shovlin. "Das ist eines der Dinge, an denen wir diese Woche hart arbeiten, denn die Kurven in Melbourne sind ähnlich. Wir arbeiten also viel daran, um zu verstehen, warum wir nicht den Grip einiger unserer direkten Konkurrenten zu haben scheinen."
Für das kommende Rennen in Australien planen die Techniker deshalb quasi eine OP am offenen Auto. Shovlin: "Wir werden versuchen Experimente zu entwickeln, die uns hoffentlich eine Richtung geben, die gut für die Leistung ist."