Der Jordan 191, mit dem Michael Schumacher sein Formel-1-Debüt gegeben hat und der 2021 auch von seinem Sohn Mick gefahren wurde, steht nur 18 Monate nach dem letzten Verkauf erneut zur Auktion bereit.
Das Chassis Nummer 6, mit dem der siebenfache Formel-1-Weltmeister 1991 in seinem ersten Training in Spa-Francorchamps seinen weitaus erfahreneren Teamkollegen Andrea de Cesaris abhängte, kommt am 2. Februar unter den Hammer. Bonhams erwartet einen Preis zwischen 1,2 und 1,75 Millionen Pfund.
Kurios: Mit Ausnahme der Stippvisite in Silverstone, wo Schumi jr. das erste Formel-1-Auto seines Vaters getestet hat, hat der Wagen das Gelände des Oldtimer-Händlers Speedmaster seit dem Kauf für 1,25 Millionen Pfund nicht verlassen. Jetzt hoffen die Briten offenbar, noch mehr Geld aus dem historischen 191er-Chassis rausholen zu können.
Michael Schumachers Debüt-Rennwagen wird zum zweiten Mal in kurzer Zeit verkauft.

Michael Schumacher hatte den Jordan 1991 bei seiner F1-Premiere in Spa auf den siebten Startplatz gestellt. Wegen einer defekten Kupplung war das Rennen für ihn zwar schon nach 500 Metern vorbei, doch es war der Auftakt zu einer großen Karriere. Schumacher pilotierte den Rennwagen dennoch nur einmal. Seinen zweiten Grand Prix fuhr er bereits für Benetton.
Dass der Jordan 191 indes das perfekte Auto für ein Renndebüt war, bestätigt Teamchef Eddie Jordan. „Es war einfach so einfach zu fahren. Einfach zu fahren, sehr schön und auf Anhieb schnell – oft ein gutes Zeichen.“
Testfahrer John Watson ergänzte damals: „Man kann innerhalb von etwa zwei Metern nach Verlassen der Boxengasse erkennen, ob ein Auto freundlich oder unfreundlich ist. Es gibt einfach eine inhärente Botschaft, die du über deinen Körper, deine Hände und deine Füße aufnimmst. Dieses Auto hat dir gegeben, was du gebraucht hast.“
Fest steht: Schumacher war im Jordan auf Anhieb so schnell, dass er seinen erfahrenen Teamkollegen Andrea de Cesaris völlig aus dem Konzept brachte. Hintergrund: Das Jordan-Team nahm drei Autos (Chassis Nr. 4, 5 und 6) mit nach Spa. Mit Wagen Nummer 5 war Schumi sofort schneller als De Cesaris. Der verunsicherte Italiener wechselte von der Nummer 6 auf die Nummer 4, die als Ersatzwagen diente.
Der junge Deutsche übernahm De Cesaris' ausgemusterten Wagen Nummer 6 und landete im Training vor dem Italiener. Das gleiche Bild im Qualifying, als der Kerpener im Chassis Nummer 5 die siebtschnellste Zeit fuhr, während De Cesaris – nun wieder im Auto Nummer 6 – nur auf Platz 11 landete. Schumacher hatte der Formel 1 seinen Stempel aufgedrückt. Der Jordan 191 ist seitdem eine Legende.

Von

Bianca Garloff