Mick Schumacher (23) genießt seine Auszeit gerade in Australien. Beim Surfen und Radfahren bekommt der Sohn von Michael Schumacher (54) nach seinem Aus beim Haas-Team den Kopf frei für seine neue Aufgabe.
Bei Mercedes steht er 2023 als Ersatzfahrer im Schatten von Lewis Hamilton und George Russell. Laut Teamchef Toto Wolff wird er dabei aber „einen massiven Beitrag leisten.“ Die Gründe: „Weil er das neue Auto ein Jahr lang gefahren ist, seit zwei Jahren in der Formel 1 ist, die Reifen kennt, die Schwierigkeiten in der dem Auto innewohnenden DNA der aktuellen Formel-1-Generation kennt.“
Für Wolff ist Schumi junior deshalb die perfekte Ergänzung fürs ehemalige Weltmeisterteam und nicht nur eine Alibi-Verpflichtung. „Es wird gut sein, ihn auf der Strecke und bei den Debriefs zu haben. Er ist ein glaubwürdiger junger Rennfahrer. In dieser Hinsicht haben wir also definitiv gewonnen, wenn Mick ins Team kommt.“
Mick Schumacher bestreitet die Motorsportsaison 2023 als Testfahrer bei Mercedes.

Doch auch für Schumacher stellt der Mercedes-Job eine echte Chance dar. „Wenn man ihm ein sicheres Umfeld bietet, in dem er sich weiterentwickeln kann, kann er in Zukunft ein guter Rennfahrer auf einem festen Platz sein“, ist sich der Teamchef sicher.
Als Vorbild für Schumacher sieht Wolff Nyck de Vries, der über seinen Testfahrerjob bei Mercedes und einen Williams-Einsatz für Alex Albon in Monza den Sprung ins Stammcockpit bei Alpha Tauri geschafft hat. Wolff wäre auch im Fall von Schumacher junior bereit, den Deutschen wieder ziehen zu lassen – genau wie im vergangenen Jahr den Niederländer.
Wolff: „Wir mussten Nyck auf die gleiche Weise gehen lassen, damit er eine Karriere machen konnte, und das könnte jetzt auch mit Mick passieren.“
Dabei räumt der Wiener seinem neuen Schützling gute Chancen ein, eines Tages wieder Formel-1-Rennen zu fahren. „Der wichtigste Faktor ist seine Persönlichkeit.“ Dazu sei er gut ausgebildet, intelligent, talentiert und habe in seiner Jugend bereits „eine sehr gute Leistung gezeigt“.
Aus deutscher Sicht wäre es wichtig, dass die Prognose des Mercedes-Bosses zutrifft. 2023 fährt nur Nico Hülkenberg unter deutscher Flagge.

Von

Bianca Garloff