Knapp vor dem Ablauf der Deadline an diesem Samstag hat sich die Formel-1-Kommission über neue Motor-Regeln in der Königsklasse geeinigt, die bereits ab der Saison 2017 greifen sollen. Wie die FIA am Freitag in Paris bekanntgab, wurden die Beschlüsse auch schon vom Motorsport-Weltrat abgesegnet. Besonders den Wünschen der kleinen Teams und der Fans hat man dabei Gehör geliehen.
Todt
Die FIA um Präsident Todt gibt den Regeln grünes Licht
So werden die Aggregate zur kommenden Saison für die Kundenteams um eine Million Euro billiger, 2018 geht der Preis dann um weitere drei Millionen runter. Abnehmen soll in Zukunft auch die erlaubte Anzahl der pro Saison erlaubten Motoren, die aktuell noch auf fünf Stück im Jahr festgeschrieben ist. Wichtig zudem: Jedes Formel-1-Team hat künftig das Recht, einen Kundenmotor zu beziehen. Eine Situation wie die von Red Bull, die Ende 2015 ohne Ausrüster für das nächste Jahr dastanden, scheint damit ausgeschlossen.
Die vier Hersteller Ferrari, Mercedes, Renault und Honda haben sich darüber hinaus dazu verpflichtet, die Motoren stärker anzugleichen, um zu große Performance-Unterschiede zu vermeiden. Um ein derartiges Nachrüsten im Vergleich zu Branchenprimus Mercedes zu ermöglichen, fällt auch das seit 2014 greifende Tokensystem weg. Die Hersteller dürfen also in Zukunft wieder deutlich freier entwickeln!
Filisetti
Wieder spektakulärer: So sieht die F1 ab 2017 aus
In Sachen Lärm sollen zudem Soundgeneratoren den zuletzt viel kritisierten und leiseren V6-Motoren unter die Arme greifen - spätestens ab 2018 dürfen sich die Fans an der Strecke wieder auf schmerzende Ohren freuen.
Bereits vor dem Beschluss am Freitag hatte die F1-Kommission die neuen Regeln für die Aerodynamik der Autos durchgewinkt. 20 cm breiter sind die Boliden zur Saison 2017, auch der Front- und Heckflügel wird deutlich größer ausfallen. Ebenfalls breiter werden die Reifen. Um bis zu fünf Sekunden pro Runde schneller soll die Formel 1 dann sein.

Von

Frederik Hackbarth