Formel 1: Neue Autos 2017
Nur fünf Überholmanöver in Melbourne!

Experten hatten es geahnt, die ersten Zahlen scheinen sie zu bestätigen: Die Formel-1-Autos sind 2017 deutlich weniger gut überholbar. Die alarmierenden Daten.
Bild: F1/Twitter; Picture-Alliance
- Michael Zeitler
In Melbourne wurde nie viel überholt. In den letzten Jahren im Durchschnitt 29,3 Mal pro Rennen. Eine schlechtere Bilanz weisen nur Monaco (12,3), Budapest (21,3) und Mexiko (26,0) auf. Im Vorjahr wurden beim Australien-GP 37 Überholvorgänge gezählt – nur bei sechs Rennen wurden 2016 noch weniger Platzwechsel auf der Strecke vollzogen. Gewertet werden nur Überholvorgänge, die nicht in der ersten Runde passieren und nicht auf technische Ursachen (Vordermann mit Defekt) zurückzuführen sind.
Überholen früher und heute: Verstappen der neue Überholkönig
29,3 Überholmanöver also im Durchschnitt, 37 bei der Ausgabe 2016. Und in diesem Jahr? Nur fünf an der Zahl! Das spektakulärste Manöver war das Dreierduell zwischen Fernando Alonso, Esteban Ocon und Nico Hülkenberg auf der Start-Ziel-Geraden. Sergio Pérez überholte gleich zwei Mal.

Sergio Pérez war in Melbourne der Überholkönig
Experten hatten schon seit Monaten gewarnt: Schnellere Autos durch erhöhten aerodynamischen Abtrieb statt durch mehr Motorleistung und gesteigerten mechanischen Grip wird die Überholproblematik verschärfen. Je mehr aerodynamische Spielereien an den Fahrzeugen erlaubt ist, desto größer werden die Luftverwirbelungen hinter dem Fahrzeug. Das erschwert das Hinterherfahren, denn die Aerodynamik an den Formel-1-Fahrzeugen funktioniert nur bei sauberer Luftanströmung perfekt.
„Überholen ist so schwer, wie es nie zuvor war“, gab Lewis Hamilton nach dem Rennen frustriert zu Protokoll. Und in der Tat: Nie gab es in Melbourne weniger Überholmanöver in den letzten zehn Jahren als 2017. Der Negativ-Rekord bisher lag bei acht Manövern 2007.
Service-Links