Die neue Auto-Generation der Formel 1 liefert auch im zweiten Saisonrennen Hochspannung und Racing der Extraklasse: Wie schon vor einer Woche in Bahrain, kämpfen Charles Leclerc und Max Verstappen mit dem Messer zwischen den Zähnen um die Führung - diesmal mit dem besseren Ende für den Red-Bull-Star.
Obwohl am Ende unterlegen, kann sich WM-Spitzenreiter Leclerc ein Grinsen nach dem Mega-Duell nicht verkneifen: "So sollte jedes Rennen sein, wirklich cool! Es war hart aber fair. Ich habe es sehr genossen, dieses hin und her", sagt der Monegasse.
In der Schlussphase kommt es zum direkten Duell um den Sieg zwischen ihm und Verstappen. Wie schon beim Saisonauftakt wechselt die Führung mehrfach, diesmal geht es dabei aber noch taktischer zu, weil die Kontrahenten versuchen sich gegenseitig auszutricksen, um den DRS-Vorteil auf der langen Start-Ziel-Geraden zu haben.
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Leclerc gibt Einblick in seine Strategie: "Ich wusste, dass der Topspeed dieses Wochenende Red Bulls Stärke ist. Es war also klar, dass Max mich auf Start-Ziel leicht überholen würde, wenn er DRS hat. In der ersten Runde (des Zweikampfes; d. Red.) habe ich deshalb sehr früh gebremst, mir selbst das DRS geholt und ihn damit vor Kurve eins zurücküberholt."
Mega-Duell: Diesmal hat Verstappen gegen Leclerc die Nase vorne

Verstappen räumt anerkennend ein: "Da hat Charles smarte Tricks angewendet. Als ich endlich vor ihm war, konnte ich ihn so nicht abschütteln." Das Streckenlayout in Jeddah fördert mit dem DRS-Messpunkt kurz vor der Zielhaarnadel dieses Verhalten: "Letztes Jahr haben wir das zwischen Max und Lewis (Hamilton; d. Red.) hier auch schon gesehen. Damals ist es damit geendet, dass Lewis ihm reingefahren ist", erinnert sich Sky-Experte Anthony Davidson.
Geht es nach Ex-F1-Pilot Paul di Resta, sollte die erste Kollision zwischen Verstappen und Leclerc auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. "Wenn sie so eng weitermachen, bin ich mir sicher, dass sie an irgendeinem Punkt crashen werden", glaubt der Schotte.
Zumindest am Sonntag geht das Duell der neuen Generation aber sauber zu, jedoch nicht minder spannend: "Beim zweiten Mal wusste Max natürlich, dass ich das mache, deshalb haben wir beide sehr früh gebremst, aber ich konnte die Nase vorne behalten", sagt Leclerc über das Schachspiel jenseits von 300 km/h.
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Weltmeister Verstappen verliert dabei aber nicht den Überblick. Ex-Champion Jenson Button lobt, wie sich der Niederländer seinen Kontrahenten nach den zunächst abgewehrten Angriffen doch noch zurechtlegt: "Da hat Max schnell dazugelernt. Das war ein toller Move", sagt der Brite über das entscheidende Manöver vier Runden vor Schluss.
Auch Leclerc räumt ein: "Beim dritten Mal hat es dann nicht mehr für mich gereicht. Da hat Max einen guten Job gemacht." Von Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko bekommt Verstappen ein Extralob. "Dank des höheren Topspeeds konnten wir Ferrari überholen, es war aber ein unglaubliches Manöver von Max. Der ist sein Geld also Wert", sagt der Grazer. Hintergrund: Red Bull hat seinen Weltmeister erst vor kurzem mit einem neuen Vertrag bis 2028 ausgestattet, zu deutlich verbesserten Bezügen.
Mit der Wut über das Technik-Debakel beim Auftakt im Bauch, schlägt der Titelverteidiger in Saudi-Arabien zurück, verkürzt den Rückstand auf Leclerc in der WM auf 20 Punkte. Verstappen freut sich über die geglückte Ravanche: "Jeder Kampf ist natürlich anders, aber das heute war cleveres und gutes Racing. Es war nicht einfach, hat aber eine Menge Spaß gemacht."
Eng geht es zu: Red Bull und Ferrari schenken sich in Jeddah nichts
"Das war ein großartiges Spektakel, wie hart die beiden Jungs da miteinander gekämpft haben", findet auch Ferrari-Teamchef Mattia Binotto und Red-Bull-Pendant Helmut Marko freut sich: "So ein spannendes Rennen, unglaublich! Nach letztem Jahr haben wir nicht geglaubt, dass es noch eine Steigerung geben kann, aber jetzt sieht es so aus."
Fest steht: Die Formel 1 erlebt ein neues Mega-Duell, das die nächsten Jahre prägen dürfte. Mit Leclerc und Verstappen kämpfen nun wieder zwei Fahrer der gleichen Generation um den Titel. Möglich machen es neuen Groundeffect-Autos. Mit ihnen kann der Jäger seinem Vordermann deutlich besser folgen. "Die Verantwortlichen haben erreicht, was sie wollten", sagt Mercedes-Teamchef Toto Wolff. "Spektakuläres Racing, tolle Überholmanöver und viel Entertainment. Man kann nur applaudieren, welchen Hype um die F1 das kreiert."
Das Problem für den Wiener: Mercedes und sein Superstar Lewis Hamilton wurden so - zumindest vorerst - in die Beobachterrolle gedrängt. "Das Duell des Jahres wird Leclerc-Verstappen heißen", prognostiziert Red-Bull-Berater Marko. "Ich glaube nicht, dass Mercedes dieses Tempo über eine Renndistanz gehen kann."

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Von

Frederik Hackbarth