Formel 1

Formel 1: Alle Fahrer 2019

Formel 1: Neue Regeln

Das ist 2019 alles neu

Das Jahr 2019 hat begonnen. In zwei Monaten startet die Formel 1 in die 70. Saison. Es gibt einige Neuerungen. ABMS gibt den Überblick.
Keine Sportart ändert so oft die Regeln wie die Formel 1. Der technische Fortschritt und Sicherheit machen das notwendig. Auch 2019 ändert sich vieles. AUTO BILD MOTORSPORT gibt den Überblick:
DIE ÄNDERUNGEN IM EINZELNEN
1. Der Frontflügel wird deutlich vereinfacht, darf nun noch nur aus fünf Blättern bestehen – 2018 setzten gerade die Topteams noch auf bis zu 15 solcher Profile. Um aber nicht zu viel Abtrieb zu verlieren, wächst der Frontflügel um 20 Zentimeter auf eine Breite von zwei Metern, in der Tiefe wird er ebenfalls 2,5 cm größer. Folge: Die so genannte "Dirty Air" (Luftverwirbelungen eines vorausfahrenden Autos) wird verringert, damit der Hintermann in Kurven dichter auffahren kann. Nachteil: Durch den deutlich breiteren Flügel besteht die Gefahr, dass es bei kleineren Berührungen zu größeren Schäden kommt als bisher. Besonders am Start müssen die Fahrer deshalb noch vorsichtiger sein.
2. Der Heckflügel wird um zehn Zentimeter breiter (1,05 Meter). Er sitzt zudem sieben Zentimeter höher (87 Zentimeter). Die Größe des geöffneten DRS-Flaps beträgt 8,5 statt 6,5 Zentimeter – das erhöht die Wirkung der künstlichen Überholhilfe.
3. Die seitlichen Luftleitbleche sitzen künftig tiefer – auf einer Höhe von 35 statt wie bisher 47 Zentimetern, sind dafür aber zehn Zentimeter länger.
Fazit: Insgesamt 686 Überholmanöver waren den Formel-1-Machern einfach noch zu wenig. Deshalb wurden die Aerodynamik-Regeln angepasst. Um 20 Prozent sollen die Überholchancen besser werden. Ein nächster großer Aerodynamik-Schritt erfolgt 2021. Wie tiefgreifend die Aerodynamik-Änderungen für 2019 sind, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen im Technik-Lager. Manche fürchten, dass es wie 2009 zu großen Änderungen im Kräfteverhältnis kommt, andere glauben, dass die Auswirkungen eher gering ausfallen und die Autos nicht langsamer werden.
4. Gewicht: Das Mindestgewicht der Formel-1-Rennwagen steigt weiter – 2019 um zehn Kilogramm auf 743 Kilo. Zum Vergleich: 2013 in der Vor-Hybridära brachten die Autos nur 642 Kilogramm auf die Waage, 20 Jahre vorher sogar nur 500! Diesmal ist die Änderung aber gut: Damit größere und schwerere Piloten keinen Nachteil mehr haben, muss der Fahrer samt Sitz mindestens 80 Kilogramm wiegen. Vorher hatten leichtere Fahrer mehr Ballastgewicht für eine optimale Fahrzeugbalance zur Verfügung.

Pirelli reduziert die Auswahl auf fünf Mischungen statt wie bisher sieben

5. Reifen:
Die Reifenregeln in der Formel 1 sind längst viel zu kompliziert geworden. Für 2019 werden sie zumindest ein bisschen vereinfacht. Weiterhin gilt: Pro Wochenende bekommen die Teams drei verschiedene Mischungen. Die härtere ist mit einem weißen Rand gekennzeichnet, die mittlere mit gelber Farbe und die weichen mit roter. Insgesamt konstruiert Pirelli fünf verschiedene Mischungen, 2018 waren es noch sieben. Superhart und Superweich fallen weg. Insgesamt fallen die Mischungen weicher aus. Ziel: mehr Boxenstopps und damit einhergehende strategische Vielfalt zu schaffen. Die Konstruktion der Reifen hat sich ebenfalls geändert: Die Lauffläche ist um 0,4 Zentimeter dünner. Damit will Pirelli der Blasenbildung vorbauen, die 2018 öfter zum Problem wurde.
6. Benzin: Die Autos dürfen in den Grands Prix künftig 110 Kilogramm Benzin verbrennen, das sind zehn mehr als zu Beginn der Hybridära 2014 und fünf mehr als 2018. Grund: Die Piloten sollen mehr Vollgas fahren. Die Techniker sind aber skeptisch, ob das so kommt. Die Fahrer sind generell dazu verdammt, das Material zu schonen, weil sie mit einer begrenzten Anzahl von Motoren pro Saison auskommen müssen. Und: Die maximale Durchflussmenge bleibt bei 100 Kilogramm pro Stunde.
7. Gridstrafen: Bestimmte Teile wie Motoren oder Getriebe stehen den Fahrern nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung. Das heißt auch: Braucht der Pilot mehr Teile als erlaubt, setzt es eine Strafe in der Startaufstellung. Je nachdem wie viele Teile ausgetauscht werden müssen variiert diese von 5 bis 25 Plätzen. Bei mehr als 15 Plätzen wird ein Fahrer automatisch ans Ende versetzt. Jetzt entscheidet die Qualifikations-Platzierung über den besseren Startplatz. Wird Fahrer A beispielsweise Siebter, Fahrer B Neunter, so startet Fahrer A vor Fahrer B von Platz 19, wenn beide mehr als 15 Plätze strafversetzt werden. Bisher kam es auf den Zeitpunkt des Teiletauschens an.
8. Weitere Änderungen: Darüber hinaus treten 2019 eine Vielzahl weiterer Regeländerungen in Kraft. Zum Beispiel darf am Ende einer Safety-Car-Phase künftig erst wieder nach dem Zielstrich überholt werden ­– nicht wie bisher nach der so genannten Safety-Car-Linie im letzten Sektor. Darüber hinaus dürfen Fahrer, die aus der Box starten, auch die Aufwärmrunde mitfahren. Das Ende des Rennens wird den Piloten am Display angezeigt. Damit sind Fehler wie dieses Jahr in Kanada, als das Rennen zu spät abgewunken wurde, nicht mehr möglich. Die Zielflagge wird weiterhin – nur symbolisch – geschwenkt.
In der Bildergalerie zeigen wir Ihnen alle Fahrer, die an der WM 2019 teilnehmen.

Formel 1: Alle Fahrer 2019

 

Fotos: J. Andre; Picture-Alliance

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