Formel 1: Neue Regeln erst 2022

Regel-Verschiebung schlecht für Ferrari?

Ferrari wehrte sich lange gegen den Aufschub der neuen Regeln auf 2022. Der Grund dürfte auf der Hand liegen: Das aktuelle Auto ist kein guter Wurf.
Zwischen Schein und Sein liegen in der Formel 1 oft Welten. Die Wenigsten sagen offen, was sie denken und die Wenigsten denken tatsächlich das, was sie sagen. Politik hinter den Kulissen nennt sich das und wird von den meisten Insidern im Fahrerlager längst als Folklore bezeichnet.
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Doch immer mal wieder fällt die Maske, wenn Informationen aus eigentlich geheimen Meetings nach außen dringen. So wie im Fall der Telefonkonferenz, in der die neuen Regeln von 2021 auf 2022 verschoben wurden.
Eine Entscheidung, gegen die sich Teamchef Mattia Binotto nach Informationen von F1-Insider.com heftig wehrte. In einer hitzigen Diskussion mussten Red Bull-Teamchef Christian Horner und McLaren-Boss Zak Brown Binotto offenbar erst von dem Plan überzeugen.

Ferrari wehrte sich lange wegen des Regelaufschubs auf 2022

Das ist deshalb überraschend, weil ausgerechnet der Ferrari-Rennleiter noch wenige Stunden vor dem Meeting auf der offiziellen Formel-1-Webseite so zitiert wurde: „Ferrari ist bereit Verantwortung zu übernehmen für eine Entscheidung, die im Sinne des Sports getroffen werden muss. Es ist sicher nicht an der Zeit für Egoismus und Taktikspielchen.“
Aber warum könnte Ferrari die Verschiebung der Regeln als Nachteil betrachten? Die Antwort liegt auf der Hand: Beschlossen wurde nämlich auch, dass 2021 dieselben Chassis eingesetzt werden wie 2020. Dazu sollen weitere Teile, die noch zu definieren sind, eingefroren werden. Das ist ein Vorteil für all jene Teams, deren Auto für 2020 ein gelungener Wurf ist. Und schlecht für solche Mannschaften, deren Renner nicht so läuft.
Wie der Ferrari. Ganz offen hatten sowohl Binotto als auch seine Piloten Sebastian Vettel und Charles Leclerc nach dem Test in Barcelona zugegeben: „Wir sind nicht siegfähig.“ Eine Saison des Übergangs hätte die Scuderia verschmerzen können. Längst lagen Pläne in der Schublade, sich ganz auf die Konstruktion des neuen Autos für 2021 zu konzentrieren – und alle Ressourcen darauf zu lenken.
Fakt ist jetzt: Mit dem aktuellen Chassis des SF1000 muss Ferrari zwei Jahre fahren. Und: Der Vorteil der großen Teams, in diesem Jahr noch viel Geld für die Entwicklung der neuen Autos nach neuen Regeln auszugeben, ist ebenfalls dahin. Denn ab 2021 gilt bereits die Budgetgrenze von 175 Mio Dollar. Heißt auch: Extra-Budgets für die neuen Regeln sind nicht möglich. Dabei hatte Ferrari genau das nach eigener Aussage so geplant.
Ein schöner Plan, der durch Corona im Keim erstickt wurde.

 

Autoren: , Ralf Bach

Fotos: Picture-alliance

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F1 Ferrari

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