Audi ist mit einem holprigem Start in die neue Formel-1-Ära unterwegs. Beim geheimen Shakedown in Barcelona sammelte der künftige Werkseinsteiger deutlich weniger Kilometer als die Konkurrenz und musste an allen drei Testtagen ungeplante Technikstopps verkraften. Mindestens einmal ereilte das Team ein Hydraulikdefekt.
Projektleiter Mattia Binotto spricht jetzt offen über die Probleme, sieht aber keinen Grund zur Panik.

Audi schiebt keine Panik

Gemessen an der reinen Rundenzahl gehörte Audi zu den schwächsten Teams des Barcelona-Tests. Inoffiziell kam der R26 auf etwas mehr als 240 Runden. Zum Vergleich: Mercedes spulte im gleichen Zeitraum über 500 Umläufe ab. Ein erstes Warnsignal?
Binotto räumt ein, dass der Auftakt schwierig war. „Am ersten und zweiten Tag hatten wir mehrere Probleme, die unseren Plan deutlich gebremst haben“, sagt der frühere Ferrari-Teamchef. Schon am Montag verlor Audi mehr als einen halben Testtag durch einen Defekt, auch am Mittwoch lief nicht alles nach Wunsch.
Projektleiter Mattia Binotto spricht jetzt offen über die Probleme, sieht aber keinen Grund zur Panik.
Bild: Audi
Erst am Freitag kam Bewegung ins Programm. Mehr als 140 Runden an einem Tag. Das waren so viele wie an den beiden Tagen zuvor zusammen. Ein wichtiger Schritt, wenn auch spät.

Binotto bleibt gelassen: „Nichts Dramatisches“

Trotz der Häufung an Defekten versucht Binotto zu beruhigen. Die Probleme seien zahlreich gewesen, „aber keines davon war dramatisch“. Auch Technikdirektor James Key ordnet ein: Genau für solche Situationen sei ein Shakedown da. „Wir wollten die Grundlagen überprüfen und sicherstellen, dass unsere Kernsysteme funktionieren – das haben wir getan.“
Entscheidend: In Barcelona ging es Audi bewusst nicht um Rundenzeiten oder Performance. Stattdessen stand die Systemstabilität im Fokus – vom Antrieb über die Elektronik bis zu den Abläufen im Team. Auch Teamchef Jonathan Wheatley betont, dass man nicht nur das Auto, sondern den gesamten Rennbetrieb getestet habe.

Kinderkrankheiten eines Neueinsteigers?

Dass Audi als kompletter Neueinsteiger mit eigenem Motor und neuem Gesamtpaket Anlaufschwierigkeiten hat, überrascht im Fahrerlager kaum. Während andere Teams auf eingespielte Strukturen zurückgreifen, muss Audi parallel Technik, Prozesse und Personal zusammenführen.
Die nächsten Bewährungsproben folgen nun in Bahrain. Dort muss Audi zeigen, ob die Probleme von Barcelona tatsächlich nur Kinderkrankheiten waren oder erste Hinweise auf größere Zuverlässigkeitssorgen.