Formel 1: Porträt Nico Hülkenberg
Wer ist dieser "Hülki"?

Beim Großen Preis von Brasilien holte Williams-Pilot Nico Hülkenberg überraschend die Poleposition. Autobild.de stellt den Emmericher vor. Zehn Dinge, die Sie noch nicht über Nico Hülkenberg wussten.
Am Mittwoch vor dem Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo hat sich Nico Hülkenberg noch Sorgen um seine Zukunft gemacht. Mit Brille – der Emmericher ist kurzsichtig und trägt im Auto Kontaktlinsen – wartete er zusammen mit AUTO BILD MOTORSPORT am Gepäckband auf seine Koffer und stellte fest: "Williams lässt mich immer noch zappeln und ich glaube auch nicht, dass mein Vertrag vor dem letzten Rennen in Abu Dhabi verlängert wird. Das ist echt nervenaufreibend!" Vier Tage später sah die Welt schon ganz anders aus. Völlig überraschend holte der 23-Jährige in seinem erst 18. Rennen seine erste Poleposition und beendete damit eine 100 Rennwochenenden andauernde Durststrecke des britischen Traditionsteams.
"Stehe für immer in den Geschichtsbüchern"

Auch für Hülki fing alles auf einer Kartbahn an

Mit 13 geblitzt
Seine Eltern besitzen in Emmerich eine Speditionsfirma, in der Hülkenberg junior eine Ausbildung zum Speditionskaufmann gemacht hat. Nur über ein privates Erlebnis spricht er nicht gerne: Dass er schon mit 13 geblitzt wurde – mit seinem schlafenden Vater auf dem Beifahrersitz… AUTO BILD deckte die Story damals auf. Parallel zu seiner GP2-Meistersaison 2009 arbeitete Hülkenberg als Praktikant in der Williams-Fabrik in Grove (GB), zog dafür extra ins Studentenstädtchen Oxford und machte Station in jeder Abteilung des britischen Formel-1-Werks. Eine Sache hat seinen Chef Frank Williams dabei am meisten beeindruckt: "Er hat mich nach Ende seines Praktikums gebeten, eine Rede vor meinen 530 Angestellten halten zu dürfen. Damit hat er sich sehr viel Respekt verschafft. Überhaupt hatte ich noch nie einen Fahrer, der sich in der Fabrik freiwillig so sehr engagiert hat wie Nico." Anfang dieses Jahres ist Hülkenberg wieder zurück nach Emmerich gezogen. Er liebt Freundin Laura, eine angehende Polizistin. Williams verliert Ende dieser Saison vier große Sponsoren, pokert mit Hülkenberg deshalb ums Geld und hat eine Option auf den Deutschen bisher immer wieder nach hinten geschoben. Hintergrund: Sein Gehalt von rund einer Million Euro würde sich bei Vertragsverlängerung verdoppeln. Indem Williams einen neuen Kontrakt aushandelt, können Sie diese Gehaltserhöhung umgehen. Dazu kommt: Geschäftsführer Adam Parr will das Supertalent für fünf Jahre an das Team binden und eine Ablöse von 15 Millionen Euro fordern, wenn der Emmericher Williams innerhalb dieser Zeit verlassen will. Dass die Briten ihn grundsätzlich behalten wollen, zeigt eine Aussage von Frank Williams gegenüber ABMS zu Saisonbeginn: "Hülkenberg wird bei uns ein großer Star", sagte der Teamchef da. "Er hat jede Nachwuchsserie gewonnen. Das hat sonst nur Lewis Hamilton geschafft. Willi Weber (sein Manager; d. Red.) hätte ihn am liebsten gleich zu Ferrari oder McLaren geschickt, aber ich habe ihn mir nicht wegschnappen lassen." Und weiter: "Ja, ich plane mit Nico für die Zukunft und fand es höchst unprofessionell, dass Willi Weber ihn für 2013 schon bei Ferrari angepriesen hat. Ich hoffe jedenfalls, Nico bleibt sehr lange bei uns."
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Bild: xpb.cc
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