Um Punkt 12.00 Uhr Ortszeit nimmt das Comeback der Formel 1 in Le Castellet am Freitag Fahrt auf. Während die ersten Autos auf den Circuit Paul Ricard rollen, sind viele Tribünen aber noch leer. An mangelnden Ticketverkäufen liegt das nicht. Die Fans stecken vielmehr im Stau!
Nur eine Zufahrtsstraße zur Strecke gibt es, hier muss alles und jeder durch. Am Freitag sorgt zudem ein lokales Radrennen in der Umgebung für Sperrungen. Für den Ansturm der Massen am Wochenende verspricht der Veranstalter aber Besserung: Dann gilt auf der Zufahrtsstraße die Einbahnstraßenregelung. Morgens kommt man nur in Richtung der Strecke, abends nur davon weg. So können beide Fahrspuren benutzt werden.
Paul Ricard
Das Layout des Kurses für die F1 in Paul Ricard 2018
Von nur zwei Fahrspuren träumen derweil im Cockpit die F1-Stars: „Es gibt hier 180 verschiedene Konfigurationen, jede Situation kann auf dieser Strecke simuliert werden. Deswegen sieht die Streckenführung für die Zuschauer vielleicht auch manchmal etwas verwirrend aus“, erklärt Hermann Tilke. Der deutsche Strecken-Papst, aus dessen Feder die meisten aktuellen F1-Kurse stammen, zeichnet ebenso für den modernisierten Kurs in Paul Ricard verantwortlich.
Auch, wenn das schon eine Weile her ist: „Zwischen 2000 und 2002 haben wir hier alles umgebaut, die alte Strecke aus den 70ern komplett neu designt“, erinnert sich Tilke. „Ich bin sehr froh und auch ein bisschen stolz, dass jetzt der Frankreich GP hierher zurückkehrt“, sagt der Deutsche. Am Layout hat sich seit 2002 nichts mehr geändert. „Aber die ganze Infrastruktur für die Zuschauer hat nicht existiert, die wurde erst jetzt für's Comeback erschaffen“, so Tilke.

An dieser Stelle finden Sie eingebettete Inhalte von TWITTER.

Um diese Inhalte darstellen zu können, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist Ihre jederzeit widerrufliche Einwilligung (über den Schalter oder über „Widerruf Tracking und Cookies“ am Seitenende) zur Verarbeitung personenbezogener Daten nötig. Dabei können Daten in Drittländer wie die USA übermittelt werden (Art. 49 Abs. 1 lit. a DSGVO). Mit dem Aktivieren des Inhalts stimmen Sie zu. Weitere Infos finden Sie hier.


Allein: „Eigentlich war das hier als Teststrecke und nicht für Rennen konzipiert“, gibt Tilke zu bedenken. „Deswegen gibt es auch so große Auslaufzonen. Man wollte nicht, dass bei Testfahrten im Falle eines Unfalls immer gleich alles beschädigt wird.“
Ein beim kleinsten Fehler demoliertes Auto bleibt den Piloten am Wochenende also erspart. Aber auf die F1-Stars kommen andere Schwierigkeiten zu: Bereits im Training am Freitag gibt es viele Dreher und Ausrutscher. Ein Faktor ist der Wind auf der Hochebene in der Provence. „Das war ja noch gar nichts heute. Normal ist der noch viel schlimmer hier oben“, lacht Tilke.
Ferrari
Verwirrend: Die Optik in Le Castellet ist besonders
Auch der Untergrund wird die Fahrer auf die Probe stellen. Bei genauerer Betrachtung gleicht er an manchen Stellen einem Flickenteppich. Grund: Beim Rennen der Blancpain-Serie brach der Asphalt Anfang Juni teilweise auf. Eilig wurde nachgebessert, doch auch am Wochenende droht wieder extreme Hitze von bis zu 60 Grad Streckentemperatur. Was dann passiert, ist ungewiss.
Die Kursführung ist unterdessen nicht nur für die Augen der Zuschauer sondern auch die Piloten eine echte Herausforderung. Nico Hülkenberg verfährt sich im Vorfeld des Rennens sogar im Simulator (ABMS berichtete). Am Freitag sucht dann auch der ein oder andere Kollege nach Orientierung: Lewis Hamilton etwa kachelt vor der Schikane fast Stoffel Vandoorne ins Heck (s. Video oben). Auch andere Piloten geraten um ein Haar aneinander, zum Beispiel bei der gefährlichen Boxenausfahrt, die direkt auf die Ideallinie führt (s. Video hier).
Nicht nur wegen der vielen aufgemalten Linien neben der Piste, droht der Formel 1 am Wochenende deshalb buchstäblich eine Reise ins Blaue...
Die besten Bilder von der Strecke und dem bunten Treiben am Freitag hier: