Formel 1: Qualifying-Analyse
Gewinnt Mercedes nur mit Knöpfchen?

Unser F1-Reporter Ralf Bach analysiert das Qualifying beim Australien GP: Deshalb gibt es immer wieder Verwirrung um den Power-Modus von Mercedes.
Bild: Picture-Alliance
- Ralf Bach
Ist die Formel 1 nur noch Knopfsache? Fest steht: Nach dem Qualifying in Melbourne stand ein Knopf im Mittelpunkt der Diskussionen. Und zwar der, den die Mercedes-Piloten angeblich oder zumindest symbolisch drücken, um ihren Motor in einen speziellen Modus zu versetzen, der noch mal circa 30 Zusatz-PS freisetzt. Und - das ist das Schlimmste für die Konkurrenz - den so kein anderer hat.
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Grund der Diskussionen: Lewis Hamilton konnte sich in seiner zweiten schnellen Runde um 6,6 Zehntelsekunden verbessern, während Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen (beide Ferrari) sowie die beiden Red-Bull-Piloten Max Verstappen und Daniel Ricciardo mehr oder weniger bei der Zeit ihrer ersten fliegenden Runde hängenblieben.

Quali-König Hamilton war wieder nicht zu bremsen
Vettel voll auf Angriff: Ferrari mit viel Potenzial
Red-Bull-Teammanager Jonathan Wheatley widerspricht dem Deutschen gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT: "Mercedes benutzt den Powerknopf auch im Rennen - und zwar immer in der In- und Outlap vor und nach einem Boxenstopp."
Bei Red Bull glaubte man Hamilton jedenfalls nicht: "Die GPS-Daten unserer Ingenieure zeigen eindeutig, dass Hamilton die Zeit in seinem zweiten Run hauptsächlich auf der Geraden gefunden hatte", ereiferte sich Chefberater-Helmut Marko im Gespräch mit ABMS. Marko weiter: "Das zeigt doch, wie überlegen Mercedes auf Grund seines Motors ist. Man findet keine sechs Zehntel nur wegen Reifen oder wieder plötzlich entdeckter Fahrkunst."

Trotz Widersprüchen - Mercedes durfte erneut jubeln
Warum gibt es aber überhaupt die Aufregung um den angeblichen Powerknopf? Verboten ist das System schließlich nicht. "Aber", so Marko, "würde Mercedes es zugeben, könnte es Probleme mit der FIA geben. Denn die hatte vor kurzem nochmals darauf hingewiesen, dass die Kundenmotoren gleich sein müssen. Aber wir wissen: Williams und Force India haben den Powermodus nicht."

Red Bull ist sich des Mercedes-Vorteils wohl bewusst
Der Grazer war nicht ganz zufrieden mit dem Abschneiden seiner Fahrer. "Max hat ausgerechnet im letzten Stint einen kleinen Fehler gemacht - das kostete ihn den zweiten Platz. Und Daniel Ricciardo war durch seine Gridstrafe (der Australier verlor drei Startplätze, weil er in einer Rotphase am Freitag zu schnell zurück in die Box fuhr; d. Red.) mental angeschlagen."
Großer Verlierer des Qualifyings war Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas. Nach seinem Crash in Q3 muss der Finne von Startlatz 15 aus ins Rennen gehen. Grund: Mercedes muss das Getriebe des Unfallautos wechseln, was Bottas strafbedingt noch einmal fünf Startplätze kostet.
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