Knappe Kiste im Qualifying zum Großbritannien GP: Valtteri Bottas stiehlt seinem Teamkollege Lewis Hamilton ausgerechnet beim Heimspiel die Show - und um gerade einmal 0,006 Sekunden die Pole-Position.
Lokalmatador Hamilton patzt auf seinem ersten von zwei Versuchen im letzten Quali-Abschnitt, leistet sich einen Brooklands einen Quersteher. Somit geht der Brite mit zweieinhalb Zehntelsekunden Rückstand auf die entscheidende Runde. Obwohl Bottas seine Zeit nicht mehr verbessern kann und Hamilton im Schlusssektor Bestzeit fährt, verpasst der Brite seine fünfte Heim-Pole in Folge um einen Wimpernschlag.
„Glückwunsch an Valtteri. Das war ein solider Job, er hat es besser hingekriegt“, gratuliert der Weltmeister brav. „Wir haben in dieser Session hart gearbeitet, aber es ging nicht in unsere Richtung. In Q2 habe ich meine Runde geopfert - vielleicht hätte die geholfen, um das Auto besser lesen zu können. In Q3 hatte ich dann im ersten Run den Fehler drin und der zweite war nicht so gut“, erklärt Hamilton.
Pole-Mann Bottas freut sich: „Es war heute mit Lewis sehr knapp. Ich wusste, dass meine erste Runde gut war, aber nicht perfekt. Im zweiten Run hätte ich mich verbessern sollen, aber habe es schon am Anfang der Runde nicht hinbekommen.“
Ferrari
Leclerc konnte Mercedes im Qualifying nicht schlagen
Direkt hinter den Silberpfeilen sortiert sich Ferrari-Pilot Charles Leclerc ein. Dem Franzosen fehlen nur 79 Tausendstel zur Pole. „Wir waren schon in Q2 gut unterwegs, in Q3 hat Mercedes dann aber wieder bisschen den Motor aufgedreht. Sie waren sehr schnell, auch in den Kurven - wir wissen, dass wir daran arbeiten müssen“, sagt Leclerc - und ist trotzdem froh: „Platz drei war heute das Maximum, also bin ich ganz zufrieden.“
Teamkollege Sebastian Vettel schafft es noch hinter den Red Bulls von Max Verstappen und Pierre Gasly nur auf die sechste Position. Satte sieben Zehntel fehlen dem Heppenheimer zur Spitze. Schlimmer: Er kommt die ganze Zeit nicht auf Tempo.
Nur Startplatz sechs: Quali-Klatsche für Vettel
„Das ist ein wenig eigenartig“, wundert sich der Deutsche. Er habe einfach „kein gutes Gefühl“ in seinem Auto gehabt. „Zufrieden bin ich natürlich nicht.“ Ferrari-Teamchef Mattia Binotto kritisch: „Ich bin mir sehr sicher, er hätte heute besser abschneiden können.“
Hinzu kommt: Beide Ferrari starten am Sonntag auf den rot markierten weichen Reifen in den Grand Prix. Mercedes und Red Bull setzen bei der schnellsten Runde in Q2 indes auf die Medium-Pneus und dürfen das Rennen nun mit den länger haltbaren Gummis in Angriff nehmen.
Mercedes-Sportchef Toto Wolff zeigt sich nach der Doppel-Pole für die Silberpfeile erleichtert: „Es kommt für uns ein bisschen überraschend, weil wir im Qualifying im Hintertreffen waren und Ferrari sehr stark. Im Verlauf der Session ging es für sie dann aber nach hinten und für uns nach vorne“, so Wolff. Zur Bottas-Runde sagt der Wiener: „Ein fantastischer erster Run von Valtteri. Lewis hatte einen Fehler drin und solche Kleinigkeiten machen dann eben den Unterschied.“
Ebenfalls in die Top 10 schafft es am Samstag Renault-Pilot Nico Hülkenberg. Der Deutsche nimmt den Grand Prix in Silverstone (am Sonntag um 15.10 Uhr deutscher Zeit auf Sky) von der zehnten Position aus in Angriff.
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Von

Frederik Hackbarth