Formel 1: Räikkönen-Bestzeit in China
Ferrari fordert Mercedes

Erster Trainingstag in China: Am Vormittag sorgen drei Reifenschäden für Aufsehen, am Nachmittag die Zeiten Ferraris - doch Vettel & Co. stapeln tief.
Bild: Picture-Alliance
- Frederik Hackbarth
Dreher, Reifenplatzer und zwei Ferrari an der Spitze. Der erste Tag in China verspricht ein spannendes Rennwochenende: Mit 1:36.896 Minuten erzielte Kimi Räikkönen im zweiten Training am Freitag die Bestzeit auf dem Shanghai International Circuit, ein Zehntel vor Teamkollege Sebastian Vettel. Erst dahinter kamen, mit zwei respektive vier Zehnteln Rückstand, die Mercedes von Nico Rosberg und Lewis Hamilton. Der Brite wird das Rennen am Sonntag nach einem Getriebewechsel zudem mit einer Rückversetzung um fünf Startplätze aufnehmen. "Ein Tritt in die Eier", wie Hamilton es selbst formuliert. Ist der Weg also frei zur Jagd auf WM-Spitzenreiter Rosberg und den ersten Saisonsieg für Ferrari?

WM-Spitzenreiter Rosberg wurde zum Auftakt Dritter
"Im Qualifying ist Mercedes immer in einer eigenen Liga - unter normalen Umständen...", erklärt Experte Johnny Herbert. Regen könnte die Startaufstellung aber genauso durcheinanderwirbeln wie die Hamilton-Strafe. Herbert: "Dann ist Ferrari womöglich in einer guten Ausgangsposition, denn besonders im Rennen kommen ihre Stärken zum Tragen." Zu diesen gehört vor allem der Umgang mit den Pirelli-Pneus, wie Ex-F1-Pilot Paul di Resta erklärt: "Der Ferrari geht mit den Reifen besser um als der Mercedes. Sie sehen hier in China sehr gut aus. Auf den ersten Runden hat Mercedes noch die Nase vorne, aber dann ist Ferrari schneller - so war es mit den weichen Reifen zuletzt auch schon in Bahrain", bewertet er die Longruns vom Freitag.

Räikkönen kämpfte am Freitag noch mit den Reifen
Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene hält den Ball ebenso flach: "Selbst wenn es heute ein guter Freitag für uns war, bringt das noch nichts für die Startaufstellung oder den Sonntag. Mercedes ist dieses Jahr das stärkste Team, das ich in den letzten zehn Jahren gesehen habe." Mercedes-Boss Toto Wolff entgegnet Arrivabene: "Die Blumen möchte ich zurückgeben. Ferrari pusht uns hart und wir haben dieses Jahr schon gesehen, wie stark sie sein können. Nur haben sie es bislang noch nicht zusammengebracht."Wolff streut den Roten weiter Rosen: "Ferrari hat dieses Jahr wieder einen neuen großen Schritt nach vorne gemacht - so wie schon von 2014 auf 2015, haben sie das auch von 2015 auf 2016 geschafft", glaubt der Österreicher. Wolff: "In Sachen Performance fordern sie uns sehr heraus. Für den Wettbewerb ist das toll."

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene lobt Mercedes
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