Ralf Schumacher spart nicht mit Kritik. Angesichts der massiven Probleme bei Aston Martin und Antriebspartner Honda spricht der Sky-Experte im Podcast Backstage Boxengasse von einem „großen Desaster“.
„Wer hätte gedacht, dass Honda solche Schwierigkeiten bekommt? Nach den Erfolgen mit Red Bull war das eigentlich eine sichere Sache“, sagt Schumacher. Besonders bitter: „Gerade sie wollten den höheren Elektroanteil und genau da haben sie jetzt die größten Probleme.“ Batterieprobleme, Teilemangel und ein drastisch eingeschränktes Testprogramm in Bahrain nähren die Sorge vor einem Fehlstart in Melbourne.
Auch intern sieht Schumacher enormen Druck. „Selbst Adrian Newey hat ja schon gesagt: Wir hatten ein Problem im Windkanal, wir sind drei bis vier Monate hinten dran, das Auto ist nicht gut und der Motor ist schlecht. Schlimmer kann es fast nicht sein.“ Er stellt sogar infrage, „ob man am Anfang überhaupt alle Rennen zu Ende fahren kann“.

Schumachers Rat an Aston Martin und Honda

Besonders im Fokus: Teambesitzer Lawrence Stroll. „Ich glaube, er steht unter riesigem Druck. Er ist der Alleinherrscher und wenn die Ergebnisse nicht kommen, wird das schwierig.“ Schumacher mahnt jedoch zur Geduld: „Man muss ihm Zeit geben, auch dem Team, auch Adrian Newey. Sonst zerbricht das Ganze, bevor es richtig angefangen hat.“
Angesichts der massiven Probleme bei Aston Martin und Antriebspartner Honda spricht Ralf Schumacher im Podcast Backstage Boxengasse von einem „großen Desaster“.
Bild: Aston Martin
Mit Adrian Newey, Fernando Alonso und Stroll selbst treffen starke Persönlichkeiten aufeinander. „Wenn die drei nicht zusammenhalten, wird das ein Problem“, warnt Schumacher. Alonso sei „mega frustriert“, auch Lance Stroll gelte nicht als besonders geduldig, wenn es nicht läuft.
Deutlich wird der sechsmalige GP-Sieger auch in Richtung Honda: „Honda muss jetzt nach vorne gehen und sagen: Das ist ein Riesen-Desaster, da haben wir einen Fehler gemacht. So lange wird es dauern, so viel Geduld braucht das Team.“ Diese offene Kommunikation sei dringend nötig, sonst gehe die Spekulation weiter.
Nach den wenigen Testkilometern und den offensichtlichen Baustellen droht Aston Martin beim Saisonauftakt in Australien tatsächlich ein Mega-Fiasko. Schumacher hofft dennoch, „dass sie jetzt Ruhe bewahren, denn nur so kann man so ein Projekt noch retten.“